Wir waren leider ein paar Minuten zu spät dran, ich hatte aber auch nicht damit gerechnet, daß die den Zeitplan minutiös einhalten würden. Um Punkt 19 Uhr fing Neal Morse mit seiner Band an, und wir hörten sie schon spielen, als wir noch auf dem Weg zum Tollwood waren.
Wohlbekannte Klänge leiteten uns den Weg, hätte ich's nicht besser gewußt, hätte ich gesagt dort spielt Spock's Beard, ein Sound wie damals, als Neal dort noch Frontmann war.
Das Festzelt war um kurz nach sieben ungefähr halb voll, aber das sollte sich noch sehr schnell ändern.
Neal ist immer noch der charismatische Sänger/Keyboarder wie damals, und man merkt ihm von der ersten Sekunde an, wie sehr er in seiner Musik aufgeht und was ihm die Bühne bedeutet.
Leider, leider, leider war der Auftritt viel zu kurz. Um den straffen Zeitplan zu halten, durften sie nur eine halbe Stunde spielen, und mußten dann bereits die Bühne verlassen, damit umgebaut werden konnte.
In der folgenden halben Stunde füllte sich das Zelt bis in die hintersten Reihen. Das Publikum vertreibte sich die Zeit damit den Leuten vom Soundcheck zu applaudieren oder einfach so in prophylaktische Jubelstürme auszubrechen.
Auf die Minute um 20 Uhr fingen dann Dream Theater an. Der Opener war diesmal In The Presence Of Enemies Pt.1 von der Systematic Chaos. Am Anfang war der Sound im Zelt etwas leise, so daß es das Publikum geschafft hat, die Musik zu übertönen, das haben die Tontechniker allerdings schnell in den Griff bekommen.
Anmerkung am Rande, falls es jemand nicht weiß: Jedes Dream Theater Konzert ist einzigartig was die Setlist betrifft. Mike Portnoy führt seit Jahren Buch darüber, welche Setlist in welcher Stadt aufgeführt wurde, um zu verhindern, daß irgendwann ein doppeltes Set gespielt wird, was einem vorherigen Konzert gleicht.
Zufälligerweise erschien am Dienstag auch das neue Album Black Clouds & Silver Linings. Von dieser CD haben sie aber nur den Song A Rite Of Passage gespielt, von dem vorab schon das Musik-Video veröffentlicht wurde (in dem der Song auch leicht gekürzt ist).
Wir hatten einen einigermaßen guten Platz relativ mittig, so daß man alles sehen konnte und auch die Akustik war in Ordnung. Ein paar Fotos habe ich noch gemacht, die aber leider etwas unscharf geworden sind.
Ansonsten kann man zu dem Konzert nicht viel sagen ohne hier seitenlange Lobhudeleien vom Stapel zu lassen, die Jungs muß man einfach mal live erlebt haben.
Leider hatten sich auch Dream Theater an den engen Zeitplan zu halten und mußten um 22 Uhr die Zelte abbrechen, so daß sie nur 2 Stunden gespielt haben.
Einerseits schade, andererseits verständlich, da das Zelt so gut wie keine Schalldämmung hatte, und man sie vermutlich meilenweit gehört hat.
Nach einer kurzen Auseinandersetzung des abreisenden Publikums mit dem Parktiket-Automaten des Parkhauses, der mit dem Regenwetter wohl nicht ganz klarkam und bei einigen Leuten meinte er müßte die Tickets und das Geld behalten, kam ein sichtlich gestreßter Mitarbeiter angerannt, um die Schranke manuell aufzumachen und das Hup-Konzert zu beenden.

