Den Turing-Test gibt es seit 1950.
ELIZA gibt es seit 1966. (Eine bekannte Implementierung derselbigen gibt es unter anderem heute noch in Emacs.)
Und danach hat es dann 45 Jahre gebraucht, bis dieses Konzept mit etwas Spracherkennung und Web2.0-Mashup-Puderzucker als Weltneuheit und das Verkaufsargument schlechthin für ein "Smart"phone präsentiert wird? Ernsthaft?
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The sorry state of technology
Thursday, 8. July 2010
BRD GmbH
Wenn einem die Produkte, Dienstleistungen oder das Geschäftsgebahren einer Firma nicht gefallen, so hat man als Konsument bekanntermaßen die Möglichkeit mit seinem Geldbeutel abzustimmen und keine Dienste oder Produkte dieser Firma zu kaufen, kurz: sie wird boykottiert. Nach den Regeln der Marktwirtschaft müßte diese Firma sich also entsprechend anpassen, wenn sie im Markt überleben will.
Nun gibt es allerdings ein Gebahren einer bestimmten Berufsgruppe hierzulande, bei der diese Möglichkeit nicht funktioniert. Die Hälfte der Bevölkerung entgegnet dieser Berufsgruppe mit dem Boykott von Wahlen, aber das scheint bisher zumindest nicht zu fruchten.
Desweiteren hat man auch keine Möglichkeit mit seinem Geldbeutel abzustimmen. Dem Finanzamt-Mitarbeiter dürfte man wohl nur ein spöttisches Grinsen entlocken, wenn man in seiner Steuererklärung fordert, daß der prozentuale Anteil, der für die Politiker-Gehälter ausgegeben wird, doch bitte wieder zurückgezahlt werden soll.
Wir haben hier also ganz eindeutig eine Wettbewerbsverzerrung, in dem eine einzelne Berufsgruppe sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafft, um nicht zu sagen eine Monopolstellung ausübt.
An dieser Stelle also ein Aufruf an die FDP und alle anderen der-freie-Markt-wird's-schon-regeln-Protagonisten. Kehrt mit euren eigenen Regeln vor der eigenen Tür und koppelt die Politiker-Gehälter an die Wahlbeteiligung. Das wäre gleichzeitig auch eine hervorragende Sparmöglichkeit!
Aber keine Bange, bei 0% Wahlbeteiligung müßt ihr dann nicht verhungern, Hartz4 steht auch euch zur Verfügung.
Allerdings solltet ihr dann besser nicht krank werden. Aber wem sag ich das. Ihr wißt ja eh am Besten, wie es um das Gesundheitssystem steht.
Insbesondere sie, Herr Rösler, nicht wahr?
Nun gibt es allerdings ein Gebahren einer bestimmten Berufsgruppe hierzulande, bei der diese Möglichkeit nicht funktioniert. Die Hälfte der Bevölkerung entgegnet dieser Berufsgruppe mit dem Boykott von Wahlen, aber das scheint bisher zumindest nicht zu fruchten.
Desweiteren hat man auch keine Möglichkeit mit seinem Geldbeutel abzustimmen. Dem Finanzamt-Mitarbeiter dürfte man wohl nur ein spöttisches Grinsen entlocken, wenn man in seiner Steuererklärung fordert, daß der prozentuale Anteil, der für die Politiker-Gehälter ausgegeben wird, doch bitte wieder zurückgezahlt werden soll.
Wir haben hier also ganz eindeutig eine Wettbewerbsverzerrung, in dem eine einzelne Berufsgruppe sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafft, um nicht zu sagen eine Monopolstellung ausübt.
An dieser Stelle also ein Aufruf an die FDP und alle anderen der-freie-Markt-wird's-schon-regeln-Protagonisten. Kehrt mit euren eigenen Regeln vor der eigenen Tür und koppelt die Politiker-Gehälter an die Wahlbeteiligung. Das wäre gleichzeitig auch eine hervorragende Sparmöglichkeit!
Aber keine Bange, bei 0% Wahlbeteiligung müßt ihr dann nicht verhungern, Hartz4 steht auch euch zur Verfügung.
Allerdings solltet ihr dann besser nicht krank werden. Aber wem sag ich das. Ihr wißt ja eh am Besten, wie es um das Gesundheitssystem steht.
Insbesondere sie, Herr Rösler, nicht wahr?
Addendum: Die Bezeichnung "BRD GmbH" habe ich neulich in einer Diskussion gelesen. Ich weiß leider nicht mehr wo, aber ich fand das so passend, daß ich das hier einfach mal für den Titel übernommen habe. An dieser Stelle ein Danke an den Diskutanten für die Idee.
Sunday, 20. December 2009
Praktische Tips gegen die Klima-Erwärmung
Die Zielgruppe des heutigen Tips sind Handwerker und Baufirmen:
Hört auf beim Bau und insbesondere bei der Dämmung zu pfuschen, so daß man im Winter nicht mit elektrischen Heizungen, Heizstrahlern, Fön die Heizenergie nahezu ungebremst durch Lücken in der Wand-Dämmung nach draußen blasen muß, um seine eingefrorenen Wasserleitungen wieder aufzutauen!!1elf
Danke für die Aufmerksamkeit.
Hört auf beim Bau und insbesondere bei der Dämmung zu pfuschen, so daß man im Winter nicht mit elektrischen Heizungen, Heizstrahlern, Fön die Heizenergie nahezu ungebremst durch Lücken in der Wand-Dämmung nach draußen blasen muß, um seine eingefrorenen Wasserleitungen wieder aufzutauen!!1elf
Danke für die Aufmerksamkeit.
Wednesday, 5. November 2008
Defective by Design
Hallo, ich habe ein Problem mit meiner neuen Lesebrille BookreadXL 2000.
Wenn ich ein aktuelles Buch lesen möchte, bleibt der Text schwarz und ich kann nichts lesen. Jetzt habe ich schon über 250 Euro für die Brille ausgegeben und es funktioniert nicht richtig.
Hat jemand eine Idee wodran das liegen könnte?
MfG
L. Eseratte
Hallo,
das Problem ist vermutlich, daß Deine Lesebrille den neuen Kopierschutzstandard SKCP (Scheuklappen Content Protection) nicht unterstützt. Bist Du eventuell nicht alleine beim Lesen? Das Buch erkennt nämlich, ob versucht wird die analoge Lücke auszunutzen.
Um also zu verhindern, daß jemand mitliest gibt es das SKCP. Das schottet den Text ab und die Verbindung zwischen Buch und Lesebrille ist gesichert.
Liebe Grüße,
dein Contentmafia-Fanboy
Hallo, danke für Deine Antwort.
Heißt das jetzt ich kann meine gerade neu gekaufte Lesebrille wegschmeißen, wenn ich aktuelle Bücher lesen möchte???
MfG
L. Eseratte
Hallo,
es gibt mehrere Möglichkeiten.
Du kannst Dir zum einen die ganz neue Lesebrille BookreadXL 2100 in der SE-Version (Security Enhanced) kaufen. Die Alternative wäre ein teurer Adapter als Aufsatz für das Buch, der das SKCP entschlüsselt und an Deine jetzige Lesebrille angeschlossen werden kann. Der kostet allerdings auch nochmal ungefähr 120,-.
Liebe Grüße,
dein Contentmafia-Fanboy
Hallo, das klingt doch gut. Dann werde ich mal schauen, ob ich den Adapter irgendwo günstig auftreiben kann.
Danke und Gruß
L. Eseratte
Klingt diese Diskussion zu weit hergeholt? Zu utopisch? Mitnichten, das ist längst Normalität.
Man suche einfach mal nach aktuellen Angeboten für TFT-Monitore mit DVI-Anschluß und wundere sich über die im Datenblatt erwähnte HDCP-Unterstützung. Auf der Suche nach einer Erklärung was es mit HDCP auf sich hat, lese man den Wikipedia-Artikel zu HDCP (der sich liest wie ein schlechter Monty-Python Sketch) und diese nette Seite.
Man suche weiter im Netz und finde Forendiskussionen wie die obige, lediglich mit substituierten Begrifflichkeiten, und dann wundere man sich nur noch kopfschüttelnd und in-die-Tischkante-beißend über die Leute die freiwillig ihr Geld für Sachen ausgeben, bei denen PITA eine Untertreibung ist, Geräte die einfach defective by design sind.
Und das schlimme ist, daß diese ganze DRM-Pest von den Käufern freudestrahlend mitfinanziert wird. Wie sagt man so schön? Der gefährlichste Feind der Freiheit ist ein glücklicher Sklave.
Monday, 13. October 2008
Da war noch etwas in der Büchse der Pandora
Ich bin ja fest davon überzeugt, daß es für einen Untergang der Menschheit derzeit nur 4 mögliche Gründe mit entsprechendem Potential gibt.
Und gerade Kinder sind eine beliebte Zielgruppe für Werbe-Strategen, da sie um ein Vielfaches leichter zu manipulieren sind.
Letztes Jahr gab es eine Studie mit Kindern, die das gleiche Essen einmal ohne und einmal mit dem Logo einer Fastfood-Kette verpackt bekommen haben. Ich muß glaube ich nicht extra erwähnen, welches den Kindern immer besser geschmeckt hat.
Aber selbst wenn einem die Rhetorik nicht fremd ist, wenn einem die Absicht hinter Kaufhausmusik, Werbesprüchen und bunten Logos bekannt ist und man die Tricks der Werber kennt, mit denen sie einen einzulullen versuchen, bleibt dennoch immer unterbewußt etwas hängen. Auch einem kritisch Denkenden offenbart sich der Wiedererkennungswert eines Produkts, wenn man den Namen schon einmal gehört hat oder das Logo schonmal gesehen hat.
Das ist wie mit dem rosa Elefanten an den man nicht denken darf, kaum geschrieben und schon ist es zu spät.
Werbung versucht Bedürfnisse zu erzeugen, es wird eine Scheinrealität vorgegaukelt, die einem in unzähligen Werbebotschaften täglich in die Hirnlappen gemeißelt wird. Daß man für diese Scheinrealität als Kunde gleich noch doppelt mitzahlt, irgendwoher muß das Werbebudget ja kommen, ist den wenigsten bewußt.
Ein weiteres Problem ist, daß jedes Medium, jede Nachrichtenquelle, jeder Anbieter von Inhalten, sich einfach ein Stück seiner Unabhängigkeit entledigt, wenn dort Werbung verbreitet wird. Es ist keine Seltenheit wenn Publikationen sich so abhängig von Werbe-Einnahmen machen, daß die Werber Einfluß auf den restlichen Inhalt ausüben können. Kritik an den Firmen der beworbenen Produkte? Fehlanzeige.
Und die gleichen Maßnahmen, die gleichen psychologischen und rhetorischen Mittel die den Konsum anregen sollen, lassen sich auch in anderer Richtung verwenden, beispielsweise für politische Meinungsmache. Ob mit bunten Logos oder mit Dreck geworfen wird, irgendwas bleibt immer hängen.
Personalisierte Werbung ist das Motto der letzten Jahre. Möglich geworden durch umfassende Datensammlungen und immer weiter um sich greifende Überwachungs- und Protokollierungs-Instanzen à la Paydreck und anderen Rabatt- und Bonuspunkte-Systemen.
Da es eine gewisse den Kauf positiv beeinflussende und psychologische Wirkung hat, wenn man Leute oft mit ihrem Namen anspricht, ist diese Marschrichtung kein Wunder.
(Tip: Mal bei Verkaufsgesprächen drauf achten, wie oft man mit "Herr <Nachname>" angesprochen wird, wenn der Name bekannt ist, insbesondere bei den berüchtigten Telefon-Sklaven, die meistens früh morgens am Wochenende anrufen.)
Und wenn man dann noch weiß, was die Leute für Interessen und Gewohnheiten haben (und mit der neuen Gesundheitskarte auch was für Zipperlein), kann man sie wirklich zielgerichtet und bedarfsgerecht mit Werbung zukleistern.
Und damit komme ich jetzt zum Auslöser dieses Artikels:
Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft warnt vor "großen Schäden für Medien, Druckindustrie, Post, Adressunternehmen und Dialogagenturen durch überzogenen Datenschutz".
WTF!?
Ganz ehrlich, ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals einen Menschen ernsthaft beleidigt hätte. Ich sehe in Beleidigungen weder Sinn noch Nutzen, und es verstößt auch einfach mal gegen das Prinzip des kategorischen Imperativs.
Andererseits würde ich bei diesem parasitären, gierigen, unethischen, gesellschaftszersetzenden Gesindel gerne eine Ausnahme machen und sie als <insert favourite insult here> bezeichnen, aber das mache ich nicht.
Die Bestimmung über die eigenen Daten, besser bekannt als Informationelle Selbstbestimmung, ist seit dem Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts 1983 ein Datenschutz-Grundrecht. Auch wenn es bisher immer nur stiefmütterlich behandelt wurde, leider von beiden Seiten.
Und jetzt kommt der ZAW daher und macht auf den Gesetzesentwurf des Bundesrats zu einer verschärften Datenschutzregelung einen großen Haufen.
Zugegebenermaßen traue ich dem Bundesrat kein vernünftiges Gesetz in dieser Richtung zu, von daher braucht sich der ZAW gar nicht so aufzuregen. Insbesondere da in der gleichen Sitzung der Exekutive erweiterte Abhörbefugnisse zugestanden wurden.
Allerdings ist die Arroganz, die der ZAW an den Tag legt einfach unglaublich. Ich zitiere weiter:
"Die Politik orientiert sich an Kriminellen, die illegal mit Daten handeln. Dieser einseitige Blick aber würde Arbeitsplätze und Betriebe vernichten, Verbraucher schützende Effekte durch werbenden Wettbewerb behindern und die Versorgung der Kunden mit erwarteten Produkt- und Dienstleistungsinformationen abschalten"
Versorgung der Kunden? Erwartete Produkt- und Dienstleistungsinformationen?
Wenn ich die beleidigen wollte, was ich wie gesagt nicht will, würde ich sagen, die hätten den <insert another insult here comparing the posterior opening with an aircraft hangar>.
Private Daten sind einfach viel zu viel wert, insbesondere für die Werbeindustrie. (Ich verweise nur auf die 85 Mio Euro für die Benutzerdaten des bekannten Studenten-Netzwerks.) Man kann denen ja nicht zumuten, daß sie die Daten demnächst alle komplett auf dem Schwarzmarkt erwerben müssen, ist doch viel zu teuer auf Dauer.
Der Schaden den die Werbe-Industrie gesamt-gesellschaftlich und psychologisch in den letzten Jahrzehnten angerichtet hat und noch anrichten wird, läßt sich gar nicht beziffern.
Aber was soll's, wir leben halt in einer Volvo-Werbung.
- Das erste wäre eine weltweite atomare Verseuchung inklusive nuklearem Winter nach einem Atomkrieg (war ja schonmal fast soweit vor einigen Jahren...) oder diverser Reaktor-Kernschmelzen.
- Der zweite Grund wäre ein Krankheitserreger, der sich mit entsprechender Resistenz, hoher Anpassungsfähigkeit und schneller Verbreitung durch die Menschheit wütet. (Ich muß zwar gerade an 28 Weeks Later denken, aber eine Krankheit, die alle Menschen in hirnlose Zombies verwandelt, wäre ja kein großer Unterschied zum Ist-Zustand. Es darf also etwas origineller sein.)
- Grund Nummer Drei könnte eine Naturgewalt sein. Ein Meteorit mit ausreichender Größe, ähnlich des Feuerwerks vor 65 Mio. Jahren, oder enorme vulkanische Aktivitäten.
- Der vierte Grund ist Werbung. Und um dieses Thema geht's im Folgenden.
Und gerade Kinder sind eine beliebte Zielgruppe für Werbe-Strategen, da sie um ein Vielfaches leichter zu manipulieren sind.
Letztes Jahr gab es eine Studie mit Kindern, die das gleiche Essen einmal ohne und einmal mit dem Logo einer Fastfood-Kette verpackt bekommen haben. Ich muß glaube ich nicht extra erwähnen, welches den Kindern immer besser geschmeckt hat.
Aber selbst wenn einem die Rhetorik nicht fremd ist, wenn einem die Absicht hinter Kaufhausmusik, Werbesprüchen und bunten Logos bekannt ist und man die Tricks der Werber kennt, mit denen sie einen einzulullen versuchen, bleibt dennoch immer unterbewußt etwas hängen. Auch einem kritisch Denkenden offenbart sich der Wiedererkennungswert eines Produkts, wenn man den Namen schon einmal gehört hat oder das Logo schonmal gesehen hat.
Das ist wie mit dem rosa Elefanten an den man nicht denken darf, kaum geschrieben und schon ist es zu spät.
Werbung versucht Bedürfnisse zu erzeugen, es wird eine Scheinrealität vorgegaukelt, die einem in unzähligen Werbebotschaften täglich in die Hirnlappen gemeißelt wird. Daß man für diese Scheinrealität als Kunde gleich noch doppelt mitzahlt, irgendwoher muß das Werbebudget ja kommen, ist den wenigsten bewußt.
Ein weiteres Problem ist, daß jedes Medium, jede Nachrichtenquelle, jeder Anbieter von Inhalten, sich einfach ein Stück seiner Unabhängigkeit entledigt, wenn dort Werbung verbreitet wird. Es ist keine Seltenheit wenn Publikationen sich so abhängig von Werbe-Einnahmen machen, daß die Werber Einfluß auf den restlichen Inhalt ausüben können. Kritik an den Firmen der beworbenen Produkte? Fehlanzeige.
Und die gleichen Maßnahmen, die gleichen psychologischen und rhetorischen Mittel die den Konsum anregen sollen, lassen sich auch in anderer Richtung verwenden, beispielsweise für politische Meinungsmache. Ob mit bunten Logos oder mit Dreck geworfen wird, irgendwas bleibt immer hängen.
Personalisierte Werbung ist das Motto der letzten Jahre. Möglich geworden durch umfassende Datensammlungen und immer weiter um sich greifende Überwachungs- und Protokollierungs-Instanzen à la Paydreck und anderen Rabatt- und Bonuspunkte-Systemen.
Da es eine gewisse den Kauf positiv beeinflussende und psychologische Wirkung hat, wenn man Leute oft mit ihrem Namen anspricht, ist diese Marschrichtung kein Wunder.
(Tip: Mal bei Verkaufsgesprächen drauf achten, wie oft man mit "Herr <Nachname>" angesprochen wird, wenn der Name bekannt ist, insbesondere bei den berüchtigten Telefon-Sklaven, die meistens früh morgens am Wochenende anrufen.)
Und wenn man dann noch weiß, was die Leute für Interessen und Gewohnheiten haben (und mit der neuen Gesundheitskarte auch was für Zipperlein), kann man sie wirklich zielgerichtet und bedarfsgerecht mit Werbung zukleistern.
Und damit komme ich jetzt zum Auslöser dieses Artikels:
Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft warnt vor "großen Schäden für Medien, Druckindustrie, Post, Adressunternehmen und Dialogagenturen durch überzogenen Datenschutz".
WTF!?
Ganz ehrlich, ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals einen Menschen ernsthaft beleidigt hätte. Ich sehe in Beleidigungen weder Sinn noch Nutzen, und es verstößt auch einfach mal gegen das Prinzip des kategorischen Imperativs.
Andererseits würde ich bei diesem parasitären, gierigen, unethischen, gesellschaftszersetzenden Gesindel gerne eine Ausnahme machen und sie als <insert favourite insult here> bezeichnen, aber das mache ich nicht.
Die Bestimmung über die eigenen Daten, besser bekannt als Informationelle Selbstbestimmung, ist seit dem Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts 1983 ein Datenschutz-Grundrecht. Auch wenn es bisher immer nur stiefmütterlich behandelt wurde, leider von beiden Seiten.
Und jetzt kommt der ZAW daher und macht auf den Gesetzesentwurf des Bundesrats zu einer verschärften Datenschutzregelung einen großen Haufen.
Zugegebenermaßen traue ich dem Bundesrat kein vernünftiges Gesetz in dieser Richtung zu, von daher braucht sich der ZAW gar nicht so aufzuregen. Insbesondere da in der gleichen Sitzung der Exekutive erweiterte Abhörbefugnisse zugestanden wurden.
Allerdings ist die Arroganz, die der ZAW an den Tag legt einfach unglaublich. Ich zitiere weiter:
"Die Politik orientiert sich an Kriminellen, die illegal mit Daten handeln. Dieser einseitige Blick aber würde Arbeitsplätze und Betriebe vernichten, Verbraucher schützende Effekte durch werbenden Wettbewerb behindern und die Versorgung der Kunden mit erwarteten Produkt- und Dienstleistungsinformationen abschalten"
Versorgung der Kunden? Erwartete Produkt- und Dienstleistungsinformationen?
Wenn ich die beleidigen wollte, was ich wie gesagt nicht will, würde ich sagen, die hätten den <insert another insult here comparing the posterior opening with an aircraft hangar>.
Private Daten sind einfach viel zu viel wert, insbesondere für die Werbeindustrie. (Ich verweise nur auf die 85 Mio Euro für die Benutzerdaten des bekannten Studenten-Netzwerks.) Man kann denen ja nicht zumuten, daß sie die Daten demnächst alle komplett auf dem Schwarzmarkt erwerben müssen, ist doch viel zu teuer auf Dauer.
Der Schaden den die Werbe-Industrie gesamt-gesellschaftlich und psychologisch in den letzten Jahrzehnten angerichtet hat und noch anrichten wird, läßt sich gar nicht beziffern.
Aber was soll's, wir leben halt in einer Volvo-Werbung.
Friday, 26. September 2008
Choose your destiny
Der ein oder andere wird bestimmt mitbekommen haben, daß dieses Wochenende in Bayern Landtagswahlen sind.
Nun wohne ich ja mittlerweile schon ein paar Monate dort, aber bisher hatte ich noch keinen Wahlbescheid erhalten. Also habe ich mal beim örtlichen Rathaus nachgefragt, wo dieser denn bliebe.
Die erstaunte Antwort "Ach, Sie stehen ja gar nicht im Wählerverzeichnis." fand ich schonmal amüsant. Der Beamte versprach mir der Sache nachzugehen, und meldete sich kurze Zeit später wieder.
Ergebnis seiner Bemühungen war die Tatsache, daß es eine Frist von drei Monaten gibt. Solange muß man mindestens in Bayern gewohnt haben, bis man dort wählen darf.
Daß mir dafür jetzt einfach mal mickrige drei Tage fehlten, fand ich noch amüsanter. Aber Regeln gibt's ja nicht zum Spaß.
(Im NRW-Wahlrecht gibt es eine solche Beschränkung übrigens nicht, aber who cares. Das Wahlrecht ist ja nur ein vergleichsweise unwichtiger Passus im Grundgesetz und ein paar Leute mehr oder weniger die wählen gehen dürfen, werden den Kohl schon nicht fett machen (pun intended))
Aber irgendwo ist das ja schon paradox, eigentlich müßte die Frist doch umgekehrt sein, also daß man nach einer Wahl für eine bestimmte Frist nicht wegziehen darf. Damit man das Ergebnis, welches man mitbestimmen durfte, auch noch eine gewisse Zeit lang ertragen muß. Sonst könnte man ja hinterher noch auf die Idee kommen und die CSUSPD wählen, dann einfach in ein anderes Bundesland ziehen und den Rest seinem Schicksal überlassen.
Nun wohne ich ja mittlerweile schon ein paar Monate dort, aber bisher hatte ich noch keinen Wahlbescheid erhalten. Also habe ich mal beim örtlichen Rathaus nachgefragt, wo dieser denn bliebe.
Die erstaunte Antwort "Ach, Sie stehen ja gar nicht im Wählerverzeichnis." fand ich schonmal amüsant. Der Beamte versprach mir der Sache nachzugehen, und meldete sich kurze Zeit später wieder.
Ergebnis seiner Bemühungen war die Tatsache, daß es eine Frist von drei Monaten gibt. Solange muß man mindestens in Bayern gewohnt haben, bis man dort wählen darf.
Daß mir dafür jetzt einfach mal mickrige drei Tage fehlten, fand ich noch amüsanter. Aber Regeln gibt's ja nicht zum Spaß.
(Im NRW-Wahlrecht gibt es eine solche Beschränkung übrigens nicht, aber who cares. Das Wahlrecht ist ja nur ein vergleichsweise unwichtiger Passus im Grundgesetz und ein paar Leute mehr oder weniger die wählen gehen dürfen, werden den Kohl schon nicht fett machen (pun intended))
Aber irgendwo ist das ja schon paradox, eigentlich müßte die Frist doch umgekehrt sein, also daß man nach einer Wahl für eine bestimmte Frist nicht wegziehen darf. Damit man das Ergebnis, welches man mitbestimmen durfte, auch noch eine gewisse Zeit lang ertragen muß. Sonst könnte man ja hinterher noch auf die Idee kommen und die CSUSPD wählen, dann einfach in ein anderes Bundesland ziehen und den Rest seinem Schicksal überlassen.
Thursday, 24. April 2008
Was ist nur aus Linux geworden?
Früher konnte man in 95% aller Fälle davon ausgehen, daß ein Hardware-Fehler vorlag, wenn das System abstürzte. Defekter Speicher war z.B. eine beliebte Ursache für alle möglichen tollen Effekte.
Und heute?
Heutzutage handelt es sich meistens um Software-Fehler, insbesondere in irgendwelchen Treibern (vorzugsweise für Grafikkarten), die einen Absturz verursachen. Kompletter Stillstand gerade, nichtmal die SysRq-Key Kombination bewirkte noch etwas, womit sich ja sonst meistens noch wenigstens die Platte syncen und readonly mounten läßt.
Gut, ich mecker auf hohem Niveau, so etwas passiert im Schnitt vielleicht nur alle zwei-drei Wochen. Aber im Vergleich zu früher sind das ja schon fast Welten, wo so etwas vielleicht drei- viermal im Jahr passierte, was dann auch noch meistens ein Hardware-Problem oder ein Pebkac war.
Wenn man mal zehn Jahre zurückdenkt an die Win95/98-Ära, da war der Bluescreen ja im Stundentakt Gang und Gäbe. Und man hat das damals einfach hingenommen. War irgendwie schon erstaunlich wie ein Großteil der PC-Benutzer sich eine solche Schmerzfreiheit ankonditionieren ließ, rückblickend gesehen, und davon will ich mich auch teilweise nicht ausschließen.
Um die Überschrift mal etwas zu relativieren, man könnte natürlich auch einfach auf eines der *BSDs umsteigen, aber damit hätte man die Probleme mit den Grafiktreibern nicht beseitigt, die kommen auch dort von den gleichen Herstellern. Das alles unter der Annahme daß die Probleme sich jetzt nur auf die Grafiktreiber reduzieren, wovon ich im Großteil der Fälle einfach mal ausgehe, auch wenn das nicht empirisch belegt sein möge und teilweise auch sicherlich nicht stimmt, aber alles weitere wäre nur Spekulation meinerseits.
Die freien Treiber stecken ja auch immer noch in den Kinderschuhen, selbst für meine älteren Karten hier. Der nv-Treiber kann nix, Nouveau noch weniger, aber schön zu sehen immerhin, daß der r300-Treiber jetzt im Zuge des diesjährigen GSoC etwas Aufmerksamkeit kriegt. Hat der auch nötig.
Ich will die freien Treiber hiermit jetzt nicht schlecht machen, im Gegenteil, mir ist bewußt, was dort für ein Aufwand hintersteckt, gerade das Reverse Engineering ist da ja nicht ohne, aber das macht's für den täglichen Gebrauch trotzdem nicht besser. Oder zumindest nicht besser als die offiziellen Treiber, wobei diese wie erwähnt auch nicht das Nonplusultra sind.
Die Alternativen? Die offiziellen Treiber nutzen und mit den Abstürzen leben oder die freien Treiber mit teils fehlender Funktionalität nutzen. Beides nicht berauschend.
Und heute?
Heutzutage handelt es sich meistens um Software-Fehler, insbesondere in irgendwelchen Treibern (vorzugsweise für Grafikkarten), die einen Absturz verursachen. Kompletter Stillstand gerade, nichtmal die SysRq-Key Kombination bewirkte noch etwas, womit sich ja sonst meistens noch wenigstens die Platte syncen und readonly mounten läßt.
Gut, ich mecker auf hohem Niveau, so etwas passiert im Schnitt vielleicht nur alle zwei-drei Wochen. Aber im Vergleich zu früher sind das ja schon fast Welten, wo so etwas vielleicht drei- viermal im Jahr passierte, was dann auch noch meistens ein Hardware-Problem oder ein Pebkac war.
Wenn man mal zehn Jahre zurückdenkt an die Win95/98-Ära, da war der Bluescreen ja im Stundentakt Gang und Gäbe. Und man hat das damals einfach hingenommen. War irgendwie schon erstaunlich wie ein Großteil der PC-Benutzer sich eine solche Schmerzfreiheit ankonditionieren ließ, rückblickend gesehen, und davon will ich mich auch teilweise nicht ausschließen.
Um die Überschrift mal etwas zu relativieren, man könnte natürlich auch einfach auf eines der *BSDs umsteigen, aber damit hätte man die Probleme mit den Grafiktreibern nicht beseitigt, die kommen auch dort von den gleichen Herstellern. Das alles unter der Annahme daß die Probleme sich jetzt nur auf die Grafiktreiber reduzieren, wovon ich im Großteil der Fälle einfach mal ausgehe, auch wenn das nicht empirisch belegt sein möge und teilweise auch sicherlich nicht stimmt, aber alles weitere wäre nur Spekulation meinerseits.
Die freien Treiber stecken ja auch immer noch in den Kinderschuhen, selbst für meine älteren Karten hier. Der nv-Treiber kann nix, Nouveau noch weniger, aber schön zu sehen immerhin, daß der r300-Treiber jetzt im Zuge des diesjährigen GSoC etwas Aufmerksamkeit kriegt. Hat der auch nötig.
Ich will die freien Treiber hiermit jetzt nicht schlecht machen, im Gegenteil, mir ist bewußt, was dort für ein Aufwand hintersteckt, gerade das Reverse Engineering ist da ja nicht ohne, aber das macht's für den täglichen Gebrauch trotzdem nicht besser. Oder zumindest nicht besser als die offiziellen Treiber, wobei diese wie erwähnt auch nicht das Nonplusultra sind.
Die Alternativen? Die offiziellen Treiber nutzen und mit den Abstürzen leben oder die freien Treiber mit teils fehlender Funktionalität nutzen. Beides nicht berauschend.
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