Artikel mit Tag politik
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Peter Eigen: How to expose the corrupt
Ein viertelstündiger Beitrag von Peter Eigen auf TED über die Ausmaße von Korruption und deren Folgen.
Verfügbar unter Creative Commons.
Samstag, 27. Juni 2009
Links 0x09
- Kaminsky interview: DNSSEC addresses cross-organizational trust and security
Dan Kaminsky erzählt ein bißchen über DNSSEC und was sich im letzten Jahr so getan hat, nachdem er drauf und dran war, das Internet kaputtzumachen. - Neues aus der Anstalt
Georg Schramm über die Arbeitsplatz-Entwicklung und die Fed. - Halt and Catch Fire
Halt and Catch Fire, known by the mnemonic HCF, was originally a fictitious computer machine code instruction claimed to be under development at IBM for use in their System/360 computers, along with many other amusing instructions such as "Execute Operator".
- Titanic vs CDU
Ein Bekannter hat diese Perle im Titanic-Archiv ausgegraben. Großartige Aktion damals.
Sonntag, 21. Juni 2009
Zensur ist mit der SPD nicht zu machen
schreibt Herr Müntefering auf Twitter.
Da ist ein großartiger Satiriker am Werk.
Herzlichen Dank für den Lacher des Tages.
Da ist ein großartiger Satiriker am Werk.
Herzlichen Dank für den Lacher des Tages.
Donnerstag, 18. Juni 2009
Links 0x08
- Liebe ist Bundestag zu politisch
"Ein Schüler will den Bundestag besuchen - und muss sein T-Shirt ausziehen, weil "Make love not war" darauf steht." - Datenbank lüftet Geheimnis der EU-Agrarsubventionen
Hier kann man selber die Datenbank durchsuchen. Lustiges Detail, daß selbst Golfclubs Agrarsubventionen abgegriffen haben. - Url Shorteners: Destroying the Web Since 2002
Das ist eines der Punkte, die mich an diesen Kurznachricht-Diensten schon immer etwas gestört haben.
Einfach ein separates Eingabefeld für einen Link, egal wie lang er ist, oder das Erlauben des a-HTML Tags, würde die Benutzbarkeit IMHO deutlich verbessern. - Ever Better Cryptanalytic Results Against SHA-1
Kollisionen kommen auch bei SHA-1 in greifbare Nähe mit mittlerweile 252 Hash-Operationen - Quarter of men in South Africa admit rape, survey finds
Mal ein kleiner Zahlenabgleich als Gegenstück zu dem hier. Aber Hauptsache wir kriegen eine Zensur-Infrastruktur wie sie nur die besten Diktaturen haben. Wen interessieren denn schon Menschen außerhalb des nationalen Tellerrands?
Donnerstag, 5. März 2009
Über die nicht vorhandene Unabhängigkeit der Öffentlich-Rechtlichen
Ich bin kürzlich über ein Video von Verdi gestolpert mit dem Thema Leiharbeit. (via)
Die meisten Informationen, die in diesem Video dargeboten werden, sollten dem aufmerksamen Beobachter eigentlich nicht neu sein (hoffe ich).
Eine Information, die mir allerdings neu war, war mal wieder ein weiterer Hinweis auf die nicht vorhandene Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten, wie man ab Minute 02:06 in dem Video sehen kann. Ich habe mich hier ja schon ein paar Mal über die ÖRs und deren Niveau aufgeregt, aber die erwähnte Schleichwerbung ist diesmal meines Erachtens keine kleine Hausnummer im Vergleich zu den bisherigen Fällen.
Man sollte meinen, daß sie daraus gelernt haben, aber so wie's aussieht waren das nur Aufwärmübungen.
Die meisten Informationen, die in diesem Video dargeboten werden, sollten dem aufmerksamen Beobachter eigentlich nicht neu sein (hoffe ich).
Eine Information, die mir allerdings neu war, war mal wieder ein weiterer Hinweis auf die nicht vorhandene Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten, wie man ab Minute 02:06 in dem Video sehen kann. Ich habe mich hier ja schon ein paar Mal über die ÖRs und deren Niveau aufgeregt, aber die erwähnte Schleichwerbung ist diesmal meines Erachtens keine kleine Hausnummer im Vergleich zu den bisherigen Fällen.
Man sollte meinen, daß sie daraus gelernt haben, aber so wie's aussieht waren das nur Aufwärmübungen.
Dienstag, 20. Januar 2009
Links 0x07
- "Der Wortbruch ist Bestandteil der Politik"
Urban Priol im Interview mit der Sueddeutschen über Hessen. (via) - Die weißen Sümpfe von Wittmar
Telepolis Bericht über Asse II - Das Dateisystem ext4
Pro-Linux macht einen Performance-Test aktueller Dateisysteme, um zu sehen wie sich das neue ext4 im Vergleich schlägt. - Astronomy Picture of the Day
Jeden Tag ein neues Bild. Ich hab schon lange nicht mehr dort vorbeigeschaut, sollte ich wieder zur Gewohnheit werden lassen.
Die Bilder die von der NASA selber sind, stehen übrigens unter Public Domain. - McKinsey macht die Politik
Die Nachdenkseiten zu Rüttgers Deutschlandfonds. Falls noch jemand Illusionen darüber haben sollte, wer hierzulande der Souverän ist... - Kein Kommentar
Panorama Dokumentation über christliche Fundamentalisten. Meine Fresse...
Da muß direkt mal ein Kontervideo her: George Carlin - Religion is bullshit. - Sailing, around the world
Grandiose Fotos zum Thema Segeln.
Montag, 29. Dezember 2008
"Wenn es Silvester schneit,
ist Neujahr nicht weit."
Von dieser Tatsache wußte schon Wilhelm Busch zu berichten.
Aber auch wenn es hier nicht schneit, erlaube ich mir ein kleines Resumé des vergangenen Jahres zu ziehen.
Blogtechnisch hat sich mit den nur 40 Einträgen leider weniger getan als ursprünglich geplant. Andererseits bin ich trotzdem zufrieden, da die Seite ihren Zweck als persönliches Archiv schon ein paar Mal erfüllt und mir die Suche einiger Informationen vereinfacht hat.
Mitte des Jahres gab es ja leider einen kleinen Bruch durch Plattencrash und größeren Änderungen privater Natur. Diesbezüglich wird es nächstes Jahr hoffentlich etwas stetiger laufen, ungeachtet des drohenden Finanzkrisendamoklesschwertes.
Übrigens gab es heute eine neue Serendipity-Version (Codename "Post-Christmas-Monk-Miles-Moondog"), die hier auch schon ihren Dienst verrichtet. Mal ein Danke an die Leute für das (leicht verspätete) Weihnachtsgeschenk. :)
Netzpolitisch und gesellschaftlich war letztes Jahr ja ein Desaster, und es sieht nicht so aus, als würde das nächstes Jahr besser, wenn man an Online-Durchsuchung, BKA-Ermächtigungsgesetz, Bundestrojaner, Versammlungsverbote, Datenpannen, etc. pp. denkt.
Für diejenigen die jetzt zu Weihnachten (oder zu welchem Fest auch immer) einen neuen Computer bekommen haben, bietet es sich natürlich an, mal die Festplatten komplett zu verschlüsseln. Ihr habt die Möglichkeiten, nutzt sie auch. :)
Und als guten Vorsatz für nächstes Jahr könnte man mal darauf achten, wo private Daten überall von einem gesammelt werden um selbiges zu vermeiden. Das fängt an der Supermarktkasse an und hört beim Websurfen noch lange nicht auf. Wer sich mal tiefer in die Materie knien will, findet unter anderem beim FoeBuD massig Informationen.
Einen bilderreichen Jahresrückblick über das was auf der Welt sonst so passiert ist, bietet "The Big Picture" mit einer sehenswerten, dreiteilligen Zusammenfassung an:
Eigentlich wollte ich mich ja momentan in Berlin beim 25C3 aufhalten, was aber leider nicht geklappt hat. Da das Gros der Vorträge aber als Videos zur Verfügung steht, ist das nicht ganz so ärgerlich.
Und somit beende ich hier das Jahr, wie ich es begonnen habe. Mit einem Link zu Jans Mirror der 25C3 Videos, der sich die nächsten Tage wohl noch weiter füllen wird.
<insider>Damit auch die Leute in China die Videos sehen können. ;) </insider>
Kommt gut in's neue Jahr.
Von dieser Tatsache wußte schon Wilhelm Busch zu berichten.
Aber auch wenn es hier nicht schneit, erlaube ich mir ein kleines Resumé des vergangenen Jahres zu ziehen.
Blogtechnisch hat sich mit den nur 40 Einträgen leider weniger getan als ursprünglich geplant. Andererseits bin ich trotzdem zufrieden, da die Seite ihren Zweck als persönliches Archiv schon ein paar Mal erfüllt und mir die Suche einiger Informationen vereinfacht hat.
Mitte des Jahres gab es ja leider einen kleinen Bruch durch Plattencrash und größeren Änderungen privater Natur. Diesbezüglich wird es nächstes Jahr hoffentlich etwas stetiger laufen, ungeachtet des drohenden Finanzkrisendamoklesschwertes.
Übrigens gab es heute eine neue Serendipity-Version (Codename "Post-Christmas-Monk-Miles-Moondog"), die hier auch schon ihren Dienst verrichtet. Mal ein Danke an die Leute für das (leicht verspätete) Weihnachtsgeschenk. :)
Netzpolitisch und gesellschaftlich war letztes Jahr ja ein Desaster, und es sieht nicht so aus, als würde das nächstes Jahr besser, wenn man an Online-Durchsuchung, BKA-Ermächtigungsgesetz, Bundestrojaner, Versammlungsverbote, Datenpannen, etc. pp. denkt.
Für diejenigen die jetzt zu Weihnachten (oder zu welchem Fest auch immer) einen neuen Computer bekommen haben, bietet es sich natürlich an, mal die Festplatten komplett zu verschlüsseln. Ihr habt die Möglichkeiten, nutzt sie auch. :)
Und als guten Vorsatz für nächstes Jahr könnte man mal darauf achten, wo private Daten überall von einem gesammelt werden um selbiges zu vermeiden. Das fängt an der Supermarktkasse an und hört beim Websurfen noch lange nicht auf. Wer sich mal tiefer in die Materie knien will, findet unter anderem beim FoeBuD massig Informationen.
Einen bilderreichen Jahresrückblick über das was auf der Welt sonst so passiert ist, bietet "The Big Picture" mit einer sehenswerten, dreiteilligen Zusammenfassung an:
- The year 2008 in photographs (part 1 of 3)
- 2008 in photographs (part 2 of 3)
- 2008, the year in photographs (part 3 of 3)
Eigentlich wollte ich mich ja momentan in Berlin beim 25C3 aufhalten, was aber leider nicht geklappt hat. Da das Gros der Vorträge aber als Videos zur Verfügung steht, ist das nicht ganz so ärgerlich.
Und somit beende ich hier das Jahr, wie ich es begonnen habe. Mit einem Link zu Jans Mirror der 25C3 Videos, der sich die nächsten Tage wohl noch weiter füllen wird.
<insider>Damit auch die Leute in China die Videos sehen können. ;) </insider>
Kommt gut in's neue Jahr.
Montag, 13. Oktober 2008
Da war noch etwas in der Büchse der Pandora
Ich bin ja fest davon überzeugt, daß es für einen Untergang der Menschheit derzeit nur 4 mögliche Gründe mit entsprechendem Potential gibt.
Und gerade Kinder sind eine beliebte Zielgruppe für Werbe-Strategen, da sie um ein Vielfaches leichter zu manipulieren sind.
Letztes Jahr gab es eine Studie mit Kindern, die das gleiche Essen einmal ohne und einmal mit dem Logo einer Fastfood-Kette verpackt bekommen haben. Ich muß glaube ich nicht extra erwähnen, welches den Kindern immer besser geschmeckt hat.
Aber selbst wenn einem die Rhetorik nicht fremd ist, wenn einem die Absicht hinter Kaufhausmusik, Werbesprüchen und bunten Logos bekannt ist und man die Tricks der Werber kennt, mit denen sie einen einzulullen versuchen, bleibt dennoch immer unterbewußt etwas hängen. Auch einem kritisch Denkenden offenbart sich der Wiedererkennungswert eines Produkts, wenn man den Namen schon einmal gehört hat oder das Logo schonmal gesehen hat.
Das ist wie mit dem rosa Elefanten an den man nicht denken darf, kaum geschrieben und schon ist es zu spät.
Werbung versucht Bedürfnisse zu erzeugen, es wird eine Scheinrealität vorgegaukelt, die einem in unzähligen Werbebotschaften täglich in die Hirnlappen gemeißelt wird. Daß man für diese Scheinrealität als Kunde gleich noch doppelt mitzahlt, irgendwoher muß das Werbebudget ja kommen, ist den wenigsten bewußt.
Ein weiteres Problem ist, daß jedes Medium, jede Nachrichtenquelle, jeder Anbieter von Inhalten, sich einfach ein Stück seiner Unabhängigkeit entledigt, wenn dort Werbung verbreitet wird. Es ist keine Seltenheit wenn Publikationen sich so abhängig von Werbe-Einnahmen machen, daß die Werber Einfluß auf den restlichen Inhalt ausüben können. Kritik an den Firmen der beworbenen Produkte? Fehlanzeige.
Und die gleichen Maßnahmen, die gleichen psychologischen und rhetorischen Mittel die den Konsum anregen sollen, lassen sich auch in anderer Richtung verwenden, beispielsweise für politische Meinungsmache. Ob mit bunten Logos oder mit Dreck geworfen wird, irgendwas bleibt immer hängen.
Personalisierte Werbung ist das Motto der letzten Jahre. Möglich geworden durch umfassende Datensammlungen und immer weiter um sich greifende Überwachungs- und Protokollierungs-Instanzen à la Paydreck und anderen Rabatt- und Bonuspunkte-Systemen.
Da es eine gewisse den Kauf positiv beeinflussende und psychologische Wirkung hat, wenn man Leute oft mit ihrem Namen anspricht, ist diese Marschrichtung kein Wunder.
(Tip: Mal bei Verkaufsgesprächen drauf achten, wie oft man mit "Herr <Nachname>" angesprochen wird, wenn der Name bekannt ist, insbesondere bei den berüchtigten Telefon-Sklaven, die meistens früh morgens am Wochenende anrufen.)
Und wenn man dann noch weiß, was die Leute für Interessen und Gewohnheiten haben (und mit der neuen Gesundheitskarte auch was für Zipperlein), kann man sie wirklich zielgerichtet und bedarfsgerecht mit Werbung zukleistern.
Und damit komme ich jetzt zum Auslöser dieses Artikels:
Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft warnt vor "großen Schäden für Medien, Druckindustrie, Post, Adressunternehmen und Dialogagenturen durch überzogenen Datenschutz".
WTF!?
Ganz ehrlich, ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals einen Menschen ernsthaft beleidigt hätte. Ich sehe in Beleidigungen weder Sinn noch Nutzen, und es verstößt auch einfach mal gegen das Prinzip des kategorischen Imperativs.
Andererseits würde ich bei diesem parasitären, gierigen, unethischen, gesellschaftszersetzenden Gesindel gerne eine Ausnahme machen und sie als <insert favourite insult here> bezeichnen, aber das mache ich nicht.
Die Bestimmung über die eigenen Daten, besser bekannt als Informationelle Selbstbestimmung, ist seit dem Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts 1983 ein Datenschutz-Grundrecht. Auch wenn es bisher immer nur stiefmütterlich behandelt wurde, leider von beiden Seiten.
Und jetzt kommt der ZAW daher und macht auf den Gesetzesentwurf des Bundesrats zu einer verschärften Datenschutzregelung einen großen Haufen.
Zugegebenermaßen traue ich dem Bundesrat kein vernünftiges Gesetz in dieser Richtung zu, von daher braucht sich der ZAW gar nicht so aufzuregen. Insbesondere da in der gleichen Sitzung der Exekutive erweiterte Abhörbefugnisse zugestanden wurden.
Allerdings ist die Arroganz, die der ZAW an den Tag legt einfach unglaublich. Ich zitiere weiter:
"Die Politik orientiert sich an Kriminellen, die illegal mit Daten handeln. Dieser einseitige Blick aber würde Arbeitsplätze und Betriebe vernichten, Verbraucher schützende Effekte durch werbenden Wettbewerb behindern und die Versorgung der Kunden mit erwarteten Produkt- und Dienstleistungsinformationen abschalten"
Versorgung der Kunden? Erwartete Produkt- und Dienstleistungsinformationen?
Wenn ich die beleidigen wollte, was ich wie gesagt nicht will, würde ich sagen, die hätten den <insert another insult here comparing the posterior opening with an aircraft hangar>.
Private Daten sind einfach viel zu viel wert, insbesondere für die Werbeindustrie. (Ich verweise nur auf die 85 Mio Euro für die Benutzerdaten des bekannten Studenten-Netzwerks.) Man kann denen ja nicht zumuten, daß sie die Daten demnächst alle komplett auf dem Schwarzmarkt erwerben müssen, ist doch viel zu teuer auf Dauer.
Der Schaden den die Werbe-Industrie gesamt-gesellschaftlich und psychologisch in den letzten Jahrzehnten angerichtet hat und noch anrichten wird, läßt sich gar nicht beziffern.
Aber was soll's, wir leben halt in einer Volvo-Werbung.
- Das erste wäre eine weltweite atomare Verseuchung inklusive nuklearem Winter nach einem Atomkrieg (war ja schonmal fast soweit vor einigen Jahren...) oder diverser Reaktor-Kernschmelzen.
- Der zweite Grund wäre ein Krankheitserreger, der sich mit entsprechender Resistenz, hoher Anpassungsfähigkeit und schneller Verbreitung durch die Menschheit wütet. (Ich muß zwar gerade an 28 Weeks Later denken, aber eine Krankheit, die alle Menschen in hirnlose Zombies verwandelt, wäre ja kein großer Unterschied zum Ist-Zustand. Es darf also etwas origineller sein.)
- Grund Nummer Drei könnte eine Naturgewalt sein. Ein Meteorit mit ausreichender Größe, ähnlich des Feuerwerks vor 65 Mio. Jahren, oder enorme vulkanische Aktivitäten.
- Der vierte Grund ist Werbung. Und um dieses Thema geht's im Folgenden.
Und gerade Kinder sind eine beliebte Zielgruppe für Werbe-Strategen, da sie um ein Vielfaches leichter zu manipulieren sind.
Letztes Jahr gab es eine Studie mit Kindern, die das gleiche Essen einmal ohne und einmal mit dem Logo einer Fastfood-Kette verpackt bekommen haben. Ich muß glaube ich nicht extra erwähnen, welches den Kindern immer besser geschmeckt hat.
Aber selbst wenn einem die Rhetorik nicht fremd ist, wenn einem die Absicht hinter Kaufhausmusik, Werbesprüchen und bunten Logos bekannt ist und man die Tricks der Werber kennt, mit denen sie einen einzulullen versuchen, bleibt dennoch immer unterbewußt etwas hängen. Auch einem kritisch Denkenden offenbart sich der Wiedererkennungswert eines Produkts, wenn man den Namen schon einmal gehört hat oder das Logo schonmal gesehen hat.
Das ist wie mit dem rosa Elefanten an den man nicht denken darf, kaum geschrieben und schon ist es zu spät.
Werbung versucht Bedürfnisse zu erzeugen, es wird eine Scheinrealität vorgegaukelt, die einem in unzähligen Werbebotschaften täglich in die Hirnlappen gemeißelt wird. Daß man für diese Scheinrealität als Kunde gleich noch doppelt mitzahlt, irgendwoher muß das Werbebudget ja kommen, ist den wenigsten bewußt.
Ein weiteres Problem ist, daß jedes Medium, jede Nachrichtenquelle, jeder Anbieter von Inhalten, sich einfach ein Stück seiner Unabhängigkeit entledigt, wenn dort Werbung verbreitet wird. Es ist keine Seltenheit wenn Publikationen sich so abhängig von Werbe-Einnahmen machen, daß die Werber Einfluß auf den restlichen Inhalt ausüben können. Kritik an den Firmen der beworbenen Produkte? Fehlanzeige.
Und die gleichen Maßnahmen, die gleichen psychologischen und rhetorischen Mittel die den Konsum anregen sollen, lassen sich auch in anderer Richtung verwenden, beispielsweise für politische Meinungsmache. Ob mit bunten Logos oder mit Dreck geworfen wird, irgendwas bleibt immer hängen.
Personalisierte Werbung ist das Motto der letzten Jahre. Möglich geworden durch umfassende Datensammlungen und immer weiter um sich greifende Überwachungs- und Protokollierungs-Instanzen à la Paydreck und anderen Rabatt- und Bonuspunkte-Systemen.
Da es eine gewisse den Kauf positiv beeinflussende und psychologische Wirkung hat, wenn man Leute oft mit ihrem Namen anspricht, ist diese Marschrichtung kein Wunder.
(Tip: Mal bei Verkaufsgesprächen drauf achten, wie oft man mit "Herr <Nachname>" angesprochen wird, wenn der Name bekannt ist, insbesondere bei den berüchtigten Telefon-Sklaven, die meistens früh morgens am Wochenende anrufen.)
Und wenn man dann noch weiß, was die Leute für Interessen und Gewohnheiten haben (und mit der neuen Gesundheitskarte auch was für Zipperlein), kann man sie wirklich zielgerichtet und bedarfsgerecht mit Werbung zukleistern.
Und damit komme ich jetzt zum Auslöser dieses Artikels:
Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft warnt vor "großen Schäden für Medien, Druckindustrie, Post, Adressunternehmen und Dialogagenturen durch überzogenen Datenschutz".
WTF!?
Ganz ehrlich, ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals einen Menschen ernsthaft beleidigt hätte. Ich sehe in Beleidigungen weder Sinn noch Nutzen, und es verstößt auch einfach mal gegen das Prinzip des kategorischen Imperativs.
Andererseits würde ich bei diesem parasitären, gierigen, unethischen, gesellschaftszersetzenden Gesindel gerne eine Ausnahme machen und sie als <insert favourite insult here> bezeichnen, aber das mache ich nicht.
Die Bestimmung über die eigenen Daten, besser bekannt als Informationelle Selbstbestimmung, ist seit dem Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts 1983 ein Datenschutz-Grundrecht. Auch wenn es bisher immer nur stiefmütterlich behandelt wurde, leider von beiden Seiten.
Und jetzt kommt der ZAW daher und macht auf den Gesetzesentwurf des Bundesrats zu einer verschärften Datenschutzregelung einen großen Haufen.
Zugegebenermaßen traue ich dem Bundesrat kein vernünftiges Gesetz in dieser Richtung zu, von daher braucht sich der ZAW gar nicht so aufzuregen. Insbesondere da in der gleichen Sitzung der Exekutive erweiterte Abhörbefugnisse zugestanden wurden.
Allerdings ist die Arroganz, die der ZAW an den Tag legt einfach unglaublich. Ich zitiere weiter:
"Die Politik orientiert sich an Kriminellen, die illegal mit Daten handeln. Dieser einseitige Blick aber würde Arbeitsplätze und Betriebe vernichten, Verbraucher schützende Effekte durch werbenden Wettbewerb behindern und die Versorgung der Kunden mit erwarteten Produkt- und Dienstleistungsinformationen abschalten"
Versorgung der Kunden? Erwartete Produkt- und Dienstleistungsinformationen?
Wenn ich die beleidigen wollte, was ich wie gesagt nicht will, würde ich sagen, die hätten den <insert another insult here comparing the posterior opening with an aircraft hangar>.
Private Daten sind einfach viel zu viel wert, insbesondere für die Werbeindustrie. (Ich verweise nur auf die 85 Mio Euro für die Benutzerdaten des bekannten Studenten-Netzwerks.) Man kann denen ja nicht zumuten, daß sie die Daten demnächst alle komplett auf dem Schwarzmarkt erwerben müssen, ist doch viel zu teuer auf Dauer.
Der Schaden den die Werbe-Industrie gesamt-gesellschaftlich und psychologisch in den letzten Jahrzehnten angerichtet hat und noch anrichten wird, läßt sich gar nicht beziffern.
Aber was soll's, wir leben halt in einer Volvo-Werbung.
Dienstag, 30. September 2008
Der Barcode im Nacken
ist nicht mehr weit weg.
Da kommt man abends nach Hause, holt die Post aus dem Briefkasten und findet seine neue Steuer-Identifikationsnummer vor.
Solche Personenkennziffern gab es hier z.B. bisher in der DDR als Personenkennzahl und zur Zeit des Nationalsozialismus als Reichspersonalnummer. Da weiß man doch gleich wo man zu Hause ist.
Eine solche Personenkennziffer ist ja eigentlich verfassungswidrig. So etwas wurde durch das bekannte Volkszählungsurteil des BVerfG damals ausdrücklich untersagt, aber das interessiert ja keine Sau.
Auf den Seiten der Humanistischen Union finden sich ein paar interessante Hintergrundinformationen und Tips wie man sich dagegen wehren kann, und die haben auch eine Musterklage initiiert. Es kann wahrscheinlich nicht schaden, den Verein etwas zu unterstützen.
Sollte es noch andere Empfehlungen geben (außer ignorieren oder verbrennen, auch wenn letzteres reizt), ich bin ganz Ohr.
Da kommt man abends nach Hause, holt die Post aus dem Briefkasten und findet seine neue Steuer-Identifikationsnummer vor.
Solche Personenkennziffern gab es hier z.B. bisher in der DDR als Personenkennzahl und zur Zeit des Nationalsozialismus als Reichspersonalnummer. Da weiß man doch gleich wo man zu Hause ist.
Eine solche Personenkennziffer ist ja eigentlich verfassungswidrig. So etwas wurde durch das bekannte Volkszählungsurteil des BVerfG damals ausdrücklich untersagt, aber das interessiert ja keine Sau.
Auf den Seiten der Humanistischen Union finden sich ein paar interessante Hintergrundinformationen und Tips wie man sich dagegen wehren kann, und die haben auch eine Musterklage initiiert. Es kann wahrscheinlich nicht schaden, den Verein etwas zu unterstützen.
Sollte es noch andere Empfehlungen geben (außer ignorieren oder verbrennen, auch wenn letzteres reizt), ich bin ganz Ohr.
Freitag, 26. September 2008
Choose your destiny
Der ein oder andere wird bestimmt mitbekommen haben, daß dieses Wochenende in Bayern Landtagswahlen sind.
Nun wohne ich ja mittlerweile schon ein paar Monate dort, aber bisher hatte ich noch keinen Wahlbescheid erhalten. Also habe ich mal beim örtlichen Rathaus nachgefragt, wo dieser denn bliebe.
Die erstaunte Antwort "Ach, Sie stehen ja gar nicht im Wählerverzeichnis." fand ich schonmal amüsant. Der Beamte versprach mir der Sache nachzugehen, und meldete sich kurze Zeit später wieder.
Ergebnis seiner Bemühungen war die Tatsache, daß es eine Frist von drei Monaten gibt. Solange muß man mindestens in Bayern gewohnt haben, bis man dort wählen darf.
Daß mir dafür jetzt einfach mal mickrige drei Tage fehlten, fand ich noch amüsanter. Aber Regeln gibt's ja nicht zum Spaß.
(Im NRW-Wahlrecht gibt es eine solche Beschränkung übrigens nicht, aber who cares. Das Wahlrecht ist ja nur ein vergleichsweise unwichtiger Passus im Grundgesetz und ein paar Leute mehr oder weniger die wählen gehen dürfen, werden den Kohl schon nicht fett machen (pun intended))
Aber irgendwo ist das ja schon paradox, eigentlich müßte die Frist doch umgekehrt sein, also daß man nach einer Wahl für eine bestimmte Frist nicht wegziehen darf. Damit man das Ergebnis, welches man mitbestimmen durfte, auch noch eine gewisse Zeit lang ertragen muß. Sonst könnte man ja hinterher noch auf die Idee kommen und die CSUSPD wählen, dann einfach in ein anderes Bundesland ziehen und den Rest seinem Schicksal überlassen.
Nun wohne ich ja mittlerweile schon ein paar Monate dort, aber bisher hatte ich noch keinen Wahlbescheid erhalten. Also habe ich mal beim örtlichen Rathaus nachgefragt, wo dieser denn bliebe.
Die erstaunte Antwort "Ach, Sie stehen ja gar nicht im Wählerverzeichnis." fand ich schonmal amüsant. Der Beamte versprach mir der Sache nachzugehen, und meldete sich kurze Zeit später wieder.
Ergebnis seiner Bemühungen war die Tatsache, daß es eine Frist von drei Monaten gibt. Solange muß man mindestens in Bayern gewohnt haben, bis man dort wählen darf.
Daß mir dafür jetzt einfach mal mickrige drei Tage fehlten, fand ich noch amüsanter. Aber Regeln gibt's ja nicht zum Spaß.
(Im NRW-Wahlrecht gibt es eine solche Beschränkung übrigens nicht, aber who cares. Das Wahlrecht ist ja nur ein vergleichsweise unwichtiger Passus im Grundgesetz und ein paar Leute mehr oder weniger die wählen gehen dürfen, werden den Kohl schon nicht fett machen (pun intended))
Aber irgendwo ist das ja schon paradox, eigentlich müßte die Frist doch umgekehrt sein, also daß man nach einer Wahl für eine bestimmte Frist nicht wegziehen darf. Damit man das Ergebnis, welches man mitbestimmen durfte, auch noch eine gewisse Zeit lang ertragen muß. Sonst könnte man ja hinterher noch auf die Idee kommen und die CSUSPD wählen, dann einfach in ein anderes Bundesland ziehen und den Rest seinem Schicksal überlassen.
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