Antatt daß ein großer Aufschrei stattfindet, weil die nächsten 211 Milliarden Euro den Banken zum Spielen gegeben wurden, finden sich gerade auf nahezu jeder Zeitungs-Webseite als Aufmacher die verbalen Entgleisungen des Herrn Pofalla. Solch eine Nebelkerzen-Vorlage läßt sich natürlich keine gleichgeschaltete Redaktion entgehen, und so stürzen sie sich wie so oft mal wieder auf die Personen statt auf die Inhalte.
Ich wage zu behaupten, daß uns die Nachrichten jetzt mindestens zwei Wochen lang mit dieser Personal-Diskussion beschäftigen werden.
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Nebelkerzen-Attacke
Monday, 18. July 2011
Aus für Elena
Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: Elena: Der elektronische Gehaltsnachweis kommt in den Schredder
Auch wenn die Begründung hanebüchen ist und nur wie eine reine Gesichtswahrungs-PR-Strategie aussieht, das Ergebnis ist dann doch mal das richtige. Es hat nur viel zu lange gedauert, und von den Schäden die schon angerichtet wurden ganz zu schweigen.
Als nächstes dann bitte ähnliche Maßnahmen bei der elektronischen Gesundheitskarte, dem ePerso und De-Mail einleiten. Danke.
Auch wenn die Begründung hanebüchen ist und nur wie eine reine Gesichtswahrungs-PR-Strategie aussieht, das Ergebnis ist dann doch mal das richtige. Es hat nur viel zu lange gedauert, und von den Schäden die schon angerichtet wurden ganz zu schweigen.
Als nächstes dann bitte ähnliche Maßnahmen bei der elektronischen Gesundheitskarte, dem ePerso und De-Mail einleiten. Danke.
Sunday, 13. February 2011
Links 0x0C
- Das unendliche Hartz-IV-Trauerspiel
Eine kurze Analyse der aktuellen Hartz-IV Tragödie von Michael Spreng. - Laufzeitfehlern auf der Spur
Ein kleiner Blick in die Werkzeugkiste von C-Programmierern. - (
- hr2 Der Tag
Empört Euch! heißt das Büchlein des aus Deutschland stammenden Franzosen Stéphane Hessel. Der alte Herr plädiert in seinem längst zum Bestseller gewordenen Manifest, das nun auch in Deutsch erscheint - für die Wiederbelebung der Werte der französischen Résistance, in der er selbst mit gekämpft hat.
(Download) (via)
Thursday, 30. December 2010
27C3 - Tag 3
Heute begannen wir um 11:30 mit dem CCC Jahresrückblick (taz Artikel). Neben dem Überblick der Mitglieder-Entwicklung gab es monatlich getrennt eine Übersicht der vergangenen Ereignisse. Zu Streetview gab es die Erklärung, daß der CCC dieses Jahr deshalb keine Position bezogen hatte, weil es im Club keine einheitliche Meinung gab. Allerdings gab es dafür eine äußerst klare An- und Absage gegenüber den "Post-Privacy Spacken".
Um 16 Uhr habe ich mir dann DIY synthesizers and sound generators angesehen. Von diesem Vortrag hatte ich mir etwas mehr erwartet, aber ich bin hier auch vorbelastet. Die Grundlagen waren zwar da, es gab hübsche Schaltbilder mit Oszillatoren, Filtern, etc. aber der Vortrag ging insgesamt nur 30 Minuten und davon waren 5 Minuten Fragerunde und weitere 5 Minuten das Zeigen dieses Videos.
Die Grundlagen kamen wie gesagt rüber, jemand der noch nie etwas mit Synthesizern gemacht hat, konnte hier bestimmt einige Infos mitnehmen. Allerdings kann man mit Sound-Synthese ganze Bücherschränke füllen. Da gibt es mehr als genug, was man noch hätte erwähnen oder als Klangbeispiel hätte vorführen können.
Falls jemand Grundlagen zur Bedienung (nicht zum Selberbau) von Synthesizern sucht, kann ich an dieser Stelle das Buch "Synthesizer Programming" von Peter Gorges empfehlen.
Um 17:15 schaute ich mir dann einen Vortrag über die Icelandic Modern Media Initiative von Daniel Domscheit-Berg an (heise Artikel). Er hat so viele wichtige Punkte angesprochen, da möchte ich mir hier gar nicht einzelne rauspicken, den Vortrag sollte man sich definitiv auf Video anschauen.
Hiernach hab ich mich etwas mit Volker Birk festgequatscht. Ich hatte eigentlich nur ein-zwei Fragen zu seinem letztjährigen Vortrag, aber das Gespräch entwickelte sich schnell weiter und es kam zu einer interessanten Diskussion über den CCC, anderen NGOs wie Lobbycontrol und FoeBuD, sowie Schachcomputern auf Bankautomaten.
Hiernach wollte ich mir eigentlich die Fnord News-Show anschauen, aber der Saal 1 war schon vorher so unglaublich überfüllt, daß ich es nur teilweise am Stream, bzw. an den aufgestellten Monitoren außerhalb des Saals verfolgen konnte. Den werde ich mir auch nochmal auf Video anschauen müssen.
Zum Ausklang des Tages schauten wir uns noch die ersten zwei Runden vom Hacker Jeopardy an. Den Rest haben wir leider verpaßt, da wir unsere U-Bahn noch kriegen mußten. Anscheinend schläft auch Berlin irgendwann einmal, denn die letzte des Tages fährt um 0:50 Uhr.
Um 16 Uhr habe ich mir dann DIY synthesizers and sound generators angesehen. Von diesem Vortrag hatte ich mir etwas mehr erwartet, aber ich bin hier auch vorbelastet. Die Grundlagen waren zwar da, es gab hübsche Schaltbilder mit Oszillatoren, Filtern, etc. aber der Vortrag ging insgesamt nur 30 Minuten und davon waren 5 Minuten Fragerunde und weitere 5 Minuten das Zeigen dieses Videos.
Die Grundlagen kamen wie gesagt rüber, jemand der noch nie etwas mit Synthesizern gemacht hat, konnte hier bestimmt einige Infos mitnehmen. Allerdings kann man mit Sound-Synthese ganze Bücherschränke füllen. Da gibt es mehr als genug, was man noch hätte erwähnen oder als Klangbeispiel hätte vorführen können.
Falls jemand Grundlagen zur Bedienung (nicht zum Selberbau) von Synthesizern sucht, kann ich an dieser Stelle das Buch "Synthesizer Programming" von Peter Gorges empfehlen.
Um 17:15 schaute ich mir dann einen Vortrag über die Icelandic Modern Media Initiative von Daniel Domscheit-Berg an (heise Artikel). Er hat so viele wichtige Punkte angesprochen, da möchte ich mir hier gar nicht einzelne rauspicken, den Vortrag sollte man sich definitiv auf Video anschauen.
Hiernach hab ich mich etwas mit Volker Birk festgequatscht. Ich hatte eigentlich nur ein-zwei Fragen zu seinem letztjährigen Vortrag, aber das Gespräch entwickelte sich schnell weiter und es kam zu einer interessanten Diskussion über den CCC, anderen NGOs wie Lobbycontrol und FoeBuD, sowie Schachcomputern auf Bankautomaten.
Hiernach wollte ich mir eigentlich die Fnord News-Show anschauen, aber der Saal 1 war schon vorher so unglaublich überfüllt, daß ich es nur teilweise am Stream, bzw. an den aufgestellten Monitoren außerhalb des Saals verfolgen konnte. Den werde ich mir auch nochmal auf Video anschauen müssen.
Zum Ausklang des Tages schauten wir uns noch die ersten zwei Runden vom Hacker Jeopardy an. Den Rest haben wir leider verpaßt, da wir unsere U-Bahn noch kriegen mußten. Anscheinend schläft auch Berlin irgendwann einmal, denn die letzte des Tages fährt um 0:50 Uhr.
Sunday, 12. December 2010
Links 0x0B
- Perl-Buchtips:
Modern Perl und Impatient Perl, zwei aktuelle Perl-Bücher unter freien Lizenzen, auch als PDF Downloads verfügbar. - The dark side of open source conferences
Ein Bericht über Sexismus und Belästigung auf Konferenzen. Die Diskussion untendrunter ist ebenfalls zu empfehlen.
Von der gleichen Autorin gibt es auch dieses Howto, allerdings ist der Inhalt deutlich allgemeiner anwendbar als es der Titel zuerst vermuten läßt. - Introduction to OpenCL,
a cross-platform API and ecosystem for applications to take advantage of heterogeneous computing resources for parallel applications.
(via) - The History Of Regexps - Part 1

- Politics Affect Operating Systems Too
We are seeing an industry-wide, lateral, fear-induced lock down of user freedoms in the name of brand identity. When the desktop has faded away and you can no longer purchase any kind of computing device that freely allows you to install your own operating system (because someone might abuse the wireless network), then alternative operating systems themselves become the next fear-induced target.
Saturday, 27. November 2010
Finanzkrisen-Vortrag von Heiner Flassbeck
Die Nachdenkseiten haben einen großartigen Vortrag von Heiner Flassbeck mit dem Titel Deutschland braucht eine neue Wirtschaftpolitik: Ende der Spekulation und Teilhabe der Menschen veröffentlicht.
Der Vortrag fand letzte Woche auf den von den Nachdenkseiten organisierten 20. Pleisweiler Gesprächen statt. Dort gibt Flassbeck einen Rundumschlag über die Hintergründe der Finanzkrise und läßt ganz nebenbei die herrschende Meinung der Talkshow-"Experten" im Regen stehen.
Der Vortrag besteht aus insgesamt 8 Teilen und es lohnt sich wirklich sich die Stunde Zeit dafür zu nehmen und das in Ruhe anzuschauen.
Wem noch ein bißchen der Zugang zu dem Thema fehlt, dem sei auch Flassbecks Buch "50 einfache Dinge, die Sie über unsere Wirtschaft wissen sollten" an's Herz gelegt, in dem er diverse Zusammenhänge allgemeinverständlich erläutert und dabei der neoliberalen Ideologie den Boden entzieht. (ISBN 978-3492262675)
(via)
Der Vortrag fand letzte Woche auf den von den Nachdenkseiten organisierten 20. Pleisweiler Gesprächen statt. Dort gibt Flassbeck einen Rundumschlag über die Hintergründe der Finanzkrise und läßt ganz nebenbei die herrschende Meinung der Talkshow-"Experten" im Regen stehen.
Der Vortrag besteht aus insgesamt 8 Teilen und es lohnt sich wirklich sich die Stunde Zeit dafür zu nehmen und das in Ruhe anzuschauen.
Wem noch ein bißchen der Zugang zu dem Thema fehlt, dem sei auch Flassbecks Buch "50 einfache Dinge, die Sie über unsere Wirtschaft wissen sollten" an's Herz gelegt, in dem er diverse Zusammenhänge allgemeinverständlich erläutert und dabei der neoliberalen Ideologie den Boden entzieht. (ISBN 978-3492262675)
(via)
Die Streetview-Lawine rollt weiter
Jetzt hat Google mit einigen Blessuren seinen Dienst Streetview hierzulande über die Startlinie bugsiert, da steht auch schon der nächste in den Startlöchern: Microsoft bereitet Start von Bing Streetside in Deutschland vor, kann man auf heise.de lesen.
Man muß hier allerdings anerkennend konstatieren, daß Microsoft in diesem Fall aus Googles Fehlern gelernt hat, zumindest was die öffentliche Wahrnehmung betrifft. Herr Löffler erzählt wie wichtig doch Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Nutzer sei. Dieses hat Google durch technische Fehler im Vorfeld leichtfertig verspielt, unter anderem durch die Geschichte mit dem Mitschneiden von WLAN-Daten.
Im weiteren schwadroniert Herr Löffler fleißig von Privacy by Design, Datenkontrolle und Transparenz, was sich zwar alles toll anhört, alas, vor meinem geistigen Auge sehe ich da nur diese Szene.
Auch der Verweis auf den geplanten Datenschutzkodex für Geodaten-Dienste, der derzeit vom Bitkom ausgearbeitet wird, entlockt einem nichtmal ein müdes Lächeln. Da finden sich mal wieder Bock und Gärtner in einer Person.
Die Lösung für Datenschutzprobleme ist natürlich eine weitere Datenbank... wie könnt's anders sein. *seufz*
Selbstverständlich wollen wir die Privatsphäre der Nutzer berücksichtigen, aber doch bitte nur solange das nicht unseren wirtschaftlichen Interessen in die Quere kommt.
Deshalb ist auch diese ganze freiwillige Selbstregulierungsgeschichte eine reine PR-Maßnahme um einerseits Kritiker zu beruhigen und andererseits trotzdem beliebig freie Hand zu haben. Und das grundlegende Problem wird hier wie so oft komplett ignoriert.
Dabei müßte man noch nichtmal irgendwelche Sondergesetze für Geodaten-Dienste aus dem Hut zaubern. Eine allgemeine Regelung wie die folgende sollte doch vollkommen ausreichen:
Aber so etwas ist ja weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich gewollt.
Denn weil man selber nichts zu verbergen hat, kann einem daher auch niemand verbieten, sich die Nachbarschaft im Internet anzuschauen!
Man muß hier allerdings anerkennend konstatieren, daß Microsoft in diesem Fall aus Googles Fehlern gelernt hat, zumindest was die öffentliche Wahrnehmung betrifft. Herr Löffler erzählt wie wichtig doch Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Nutzer sei. Dieses hat Google durch technische Fehler im Vorfeld leichtfertig verspielt, unter anderem durch die Geschichte mit dem Mitschneiden von WLAN-Daten.
Im weiteren schwadroniert Herr Löffler fleißig von Privacy by Design, Datenkontrolle und Transparenz, was sich zwar alles toll anhört, alas, vor meinem geistigen Auge sehe ich da nur diese Szene.
Auch der Verweis auf den geplanten Datenschutzkodex für Geodaten-Dienste, der derzeit vom Bitkom ausgearbeitet wird, entlockt einem nichtmal ein müdes Lächeln. Da finden sich mal wieder Bock und Gärtner in einer Person.
Die Lösung für Datenschutzprobleme ist natürlich eine weitere Datenbank... wie könnt's anders sein. *seufz*
Selbstverständlich wollen wir die Privatsphäre der Nutzer berücksichtigen, aber doch bitte nur solange das nicht unseren wirtschaftlichen Interessen in die Quere kommt.
Deshalb ist auch diese ganze freiwillige Selbstregulierungsgeschichte eine reine PR-Maßnahme um einerseits Kritiker zu beruhigen und andererseits trotzdem beliebig freie Hand zu haben. Und das grundlegende Problem wird hier wie so oft komplett ignoriert.
Dabei müßte man noch nichtmal irgendwelche Sondergesetze für Geodaten-Dienste aus dem Hut zaubern. Eine allgemeine Regelung wie die folgende sollte doch vollkommen ausreichen:
Daten, die direkt oder indirekt personenbezogene Informationen enthalten oder Rückschlüsse auf eine Person zulassen, dürfen ohne Zustimmung der betroffenen Person nicht erhoben oder gespeichert werden.Punkt, fertig. Also erstmal Deny by default und generelles Opt-In, danach kann man dann mit Ausnahmeregelungen kommen, z.B. für öffentliche Veranstaltungen, damit Herr de Maizière auch weiterhin seinen Kölner Karneval im Fersehen gucken kann.
Aber so etwas ist ja weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich gewollt.
Denn weil man selber nichts zu verbergen hat, kann einem daher auch niemand verbieten, sich die Nachbarschaft im Internet anzuschauen!
Friday, 19. November 2010
Streetview ist nur ein Symptom
Nun ist Google Streetview auch in Deutschland offiziell mit Fotos von 20 Städten online gegangen.
Darunter befinden sich ca. 245.000 Häuser, die auf Antrag von dort wohnenden Menschen verpixelt, also unkenntlich gemacht wurden.
Jetzt ist auf der anderen Seite aber ein wütender Mob am toben, der damit nicht ganz einverstanden ist und Jagd aufdie Verpixeler verpixelte Gebäude macht um diese zu fotografieren und in's Internet zu laden, welches die Verpixelung sozusagen "überschreibt".
Ich will diesen Kindergarten gar nicht groß kommentieren und mich hier in rechtliche Details bzgl. Panoramafreiheit etc. pp. verstricken. Das wurde schon an anderer Stelle zur Genüge getan und darum geht es mir hier gerade auch nicht.
Am besten trifft es hier noch der Kommentar auf F!xmbr:
Jetzt wurde in einem Kommentar dort auf F!xmbr die Frage gestellt, ob es eine legitime Haltung sei, wenn man Streetview weder für nützlich noch für gefährlich halte.
Und die Antwort ist ganz klar: In dem aktuellen Zustand von Streetview, was jetzt stellvertretend für vergleichbare Dienste steht, ist das im großen und ganzen wohl eine legitime Haltung, wenn man sich nicht mehr als zwei Minuten darüber Gedanken gemacht hat, und man von ein paar zu erwartenden "Kollateralschäden" absieht, welche mittlerweile ja regelmäßig in Kauf genommen werden und sowieso alles nur bedauerliche Einzelfälle sind. Es werden bei Streetview ja auch unzählige Personen fotografiert, welche nicht immer durch den Automatismus unkenntlich gemacht werden. Sowas passiert nunmal, shit happens.
Aber: Wenn man sich einmal überlegt, was eventuell in ein paar Jahren schon technisch möglich sein wird, ist Streetview 2.0 dann immer noch ungefährlich? Ich stelle mir da ein CCTV ähnliches Konstrukt mit Livestreaming in's Internet vor. Mobile Kameras, die dann GPS-gesteuert per leichtgewichtigen Drohnen unterwegs sind. Und dann haben wir nicht nur Bilder und Videos sondern auch noch Audio-Aufnahmen aus der Kamera-Umgebung. Es ist nicht zu übersehen, in welche Richtung sich die Technik entwickelt. Die einzelnen Bausteine sind alle schon vorhanden.
Heute ist das natürlich zum Teil noch Zukunftsmusik, aber man muß die Streetview-Kritik auch aus dieser Perspektive beobachten (pun intended).
Die Verpixeler haben vielleicht größtenteils nichtmal Angst davor, daß die Fotos ihrer Häuser im Internet stehen, sondern es ist nur ein weiterer, verzweifelter Versuch den Anfängen zu wehren.
Wobei die Anfänge mittlerweile eigentlich schon sehr weit zurückliegen.
Auf OSNews gab es kürzlich einen Artikel über die Flughafen-Security der USA, mit dem Hinweis, daß die Hersteller der Nacktscanner bereits große Lobby-Organisationen mit guten politischen Kontakten betreiben. Die Überwachungsindustrie ist ein millionenschweres Geschäft. Und genau wie in jedem anderen Wirtschaftszweig ist man Wachstums-Zwängen unterworfen, welche man nur mit mehr Bedarf an Überwachungs-Instrumenten erreichen kann. Sicherheit ist da sekundär.
Ähnliches sehen wir hierzulande mit den Nacktscannern, De-Mail, Vorratsdatenspeicherung, Biometrischen Pässen, Fluggastdaten-Weitergabe, Swift, etc.
Nun ist natürlich nicht nur ein Markt für die Überwachungs-Technik vorhanden, sondern genauso für die gesammelten Daten.
Und damit sind wir wieder bei Google, aber auch bei Facebook und anderen Social Networks. Durch das Sammeln von allen möglichen Daten ergeben sich Verknüpfungen und Informationen, die einen gewaltigen Marktwert haben.
Wer heute noch glaubt Google sei "not evil" und sammelt Daten zum Wohle der Menschheit, sollte mal überlegen, womit Google sein Geld verdient.
Werbung wird umso effizienter, je mehr man über die Werbe-Opfer weiß.
Ah, der Herr wohnt zwei Häuser neben einem Fastfood Restaurant? Da kann man ihm doch mal Burger-Werbung einblenden. Und gleichzeitig der Krankenkasse Bescheid geben, daß eine Zusatzgebühr fällig wird, so ungesund wie der sich bestimmt ernährt. Win-Win!
Der befürchtete Überwachungs-Staat wird mehr und mehr durch die Überwachungs-Industrie abgelöst. Und wenn die Daten eh schon vorhanden sind, entstehen natürlich Begehrlichkeiten, bei denen sich dann wie gehabt der Staat oder alle anderen Industriezweige fleißig bedienen können.
Wen interessiert denn schon ein deutsches Datenschutzgesetz, wenn die Server im Ausland stehen und der Benutzer ohne Durchlesen der AGB sein OK gegeben hat? Das einzige was interessiert, ist wer am meisten bietet.
Streetview ist nicht das Problem, sondern lediglich ein weiteres Symptom, die logische Konsequenz innerhalb eines korrupten Systems.
Darunter befinden sich ca. 245.000 Häuser, die auf Antrag von dort wohnenden Menschen verpixelt, also unkenntlich gemacht wurden.
Jetzt ist auf der anderen Seite aber ein wütender Mob am toben, der damit nicht ganz einverstanden ist und Jagd auf
Ich will diesen Kindergarten gar nicht groß kommentieren und mich hier in rechtliche Details bzgl. Panoramafreiheit etc. pp. verstricken. Das wurde schon an anderer Stelle zur Genüge getan und darum geht es mir hier gerade auch nicht.
Am besten trifft es hier noch der Kommentar auf F!xmbr:
Streetview-Entpixler würden Axel E. Fischer wählen.Jener hatte sich nämlich kürzlich nicht entblödet, ein "Vermummungsverbot" im Internet zu fordern, also die Benutzung von Pseudonymen oder anonymen Accounts jeglicher Art zu verhindern.
Jetzt wurde in einem Kommentar dort auf F!xmbr die Frage gestellt, ob es eine legitime Haltung sei, wenn man Streetview weder für nützlich noch für gefährlich halte.
Und die Antwort ist ganz klar: In dem aktuellen Zustand von Streetview, was jetzt stellvertretend für vergleichbare Dienste steht, ist das im großen und ganzen wohl eine legitime Haltung, wenn man sich nicht mehr als zwei Minuten darüber Gedanken gemacht hat, und man von ein paar zu erwartenden "Kollateralschäden" absieht, welche mittlerweile ja regelmäßig in Kauf genommen werden und sowieso alles nur bedauerliche Einzelfälle sind. Es werden bei Streetview ja auch unzählige Personen fotografiert, welche nicht immer durch den Automatismus unkenntlich gemacht werden. Sowas passiert nunmal, shit happens.
Aber: Wenn man sich einmal überlegt, was eventuell in ein paar Jahren schon technisch möglich sein wird, ist Streetview 2.0 dann immer noch ungefährlich? Ich stelle mir da ein CCTV ähnliches Konstrukt mit Livestreaming in's Internet vor. Mobile Kameras, die dann GPS-gesteuert per leichtgewichtigen Drohnen unterwegs sind. Und dann haben wir nicht nur Bilder und Videos sondern auch noch Audio-Aufnahmen aus der Kamera-Umgebung. Es ist nicht zu übersehen, in welche Richtung sich die Technik entwickelt. Die einzelnen Bausteine sind alle schon vorhanden.
Heute ist das natürlich zum Teil noch Zukunftsmusik, aber man muß die Streetview-Kritik auch aus dieser Perspektive beobachten (pun intended).
Die Verpixeler haben vielleicht größtenteils nichtmal Angst davor, daß die Fotos ihrer Häuser im Internet stehen, sondern es ist nur ein weiterer, verzweifelter Versuch den Anfängen zu wehren.
Wobei die Anfänge mittlerweile eigentlich schon sehr weit zurückliegen.
Auf OSNews gab es kürzlich einen Artikel über die Flughafen-Security der USA, mit dem Hinweis, daß die Hersteller der Nacktscanner bereits große Lobby-Organisationen mit guten politischen Kontakten betreiben. Die Überwachungsindustrie ist ein millionenschweres Geschäft. Und genau wie in jedem anderen Wirtschaftszweig ist man Wachstums-Zwängen unterworfen, welche man nur mit mehr Bedarf an Überwachungs-Instrumenten erreichen kann. Sicherheit ist da sekundär.
Ähnliches sehen wir hierzulande mit den Nacktscannern, De-Mail, Vorratsdatenspeicherung, Biometrischen Pässen, Fluggastdaten-Weitergabe, Swift, etc.
Nun ist natürlich nicht nur ein Markt für die Überwachungs-Technik vorhanden, sondern genauso für die gesammelten Daten.
Und damit sind wir wieder bei Google, aber auch bei Facebook und anderen Social Networks. Durch das Sammeln von allen möglichen Daten ergeben sich Verknüpfungen und Informationen, die einen gewaltigen Marktwert haben.
Wer heute noch glaubt Google sei "not evil" und sammelt Daten zum Wohle der Menschheit, sollte mal überlegen, womit Google sein Geld verdient.
Werbung wird umso effizienter, je mehr man über die Werbe-Opfer weiß.
Ah, der Herr wohnt zwei Häuser neben einem Fastfood Restaurant? Da kann man ihm doch mal Burger-Werbung einblenden. Und gleichzeitig der Krankenkasse Bescheid geben, daß eine Zusatzgebühr fällig wird, so ungesund wie der sich bestimmt ernährt. Win-Win!
Der befürchtete Überwachungs-Staat wird mehr und mehr durch die Überwachungs-Industrie abgelöst. Und wenn die Daten eh schon vorhanden sind, entstehen natürlich Begehrlichkeiten, bei denen sich dann wie gehabt der Staat oder alle anderen Industriezweige fleißig bedienen können.
Wen interessiert denn schon ein deutsches Datenschutzgesetz, wenn die Server im Ausland stehen und der Benutzer ohne Durchlesen der AGB sein OK gegeben hat? Das einzige was interessiert, ist wer am meisten bietet.
Streetview ist nicht das Problem, sondern lediglich ein weiteres Symptom, die logische Konsequenz innerhalb eines korrupten Systems.
Saturday, 14. August 2010
Links 0x0A
- Jobcenter-Chronologie
Nur auf nüchternen Magen lesen!
Passend dazu und dort aus den Kommentaren gefischt: Produktion von Parias
(via) - Smashing the stack in 2010
Schönes Paper. Sieht nach einem würdigen Nachfolger aus.
(via) - Die Ministerin und die leidenden Puten
"Niedersachsens Tierschutzministerin Grotelüschen setzt auf Massentierhaltung."
Mit dem letzten Satz im Artikel hat sie von ihrem Standpunkt aus gesehen wohl leider recht, aber die richtigen Konsequenzen werden daraus vermutlich nur die wenigsten ziehen.
(via) - Im Googlegnadentum
"Google greift mit hoheitlichem Duktus in die Privatsphäre ein, und die Politik schaut zu."
(via) - Vokabeln für Netzneutralität und Netzwerk-Überlast vs. Netzwerkneutralität
Zwei Artikel, die sich zum einen mit dem technischen Hintergrund der Netzneutralität befassen und zum anderen mit dem aktuellen Google-Verizon-Deal.
Thursday, 8. July 2010
BRD GmbH
Wenn einem die Produkte, Dienstleistungen oder das Geschäftsgebahren einer Firma nicht gefallen, so hat man als Konsument bekanntermaßen die Möglichkeit mit seinem Geldbeutel abzustimmen und keine Dienste oder Produkte dieser Firma zu kaufen, kurz: sie wird boykottiert. Nach den Regeln der Marktwirtschaft müßte diese Firma sich also entsprechend anpassen, wenn sie im Markt überleben will.
Nun gibt es allerdings ein Gebahren einer bestimmten Berufsgruppe hierzulande, bei der diese Möglichkeit nicht funktioniert. Die Hälfte der Bevölkerung entgegnet dieser Berufsgruppe mit dem Boykott von Wahlen, aber das scheint bisher zumindest nicht zu fruchten.
Desweiteren hat man auch keine Möglichkeit mit seinem Geldbeutel abzustimmen. Dem Finanzamt-Mitarbeiter dürfte man wohl nur ein spöttisches Grinsen entlocken, wenn man in seiner Steuererklärung fordert, daß der prozentuale Anteil, der für die Politiker-Gehälter ausgegeben wird, doch bitte wieder zurückgezahlt werden soll.
Wir haben hier also ganz eindeutig eine Wettbewerbsverzerrung, in dem eine einzelne Berufsgruppe sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafft, um nicht zu sagen eine Monopolstellung ausübt.
An dieser Stelle also ein Aufruf an die FDP und alle anderen der-freie-Markt-wird's-schon-regeln-Protagonisten. Kehrt mit euren eigenen Regeln vor der eigenen Tür und koppelt die Politiker-Gehälter an die Wahlbeteiligung. Das wäre gleichzeitig auch eine hervorragende Sparmöglichkeit!
Aber keine Bange, bei 0% Wahlbeteiligung müßt ihr dann nicht verhungern, Hartz4 steht auch euch zur Verfügung.
Allerdings solltet ihr dann besser nicht krank werden. Aber wem sag ich das. Ihr wißt ja eh am Besten, wie es um das Gesundheitssystem steht.
Insbesondere sie, Herr Rösler, nicht wahr?
Nun gibt es allerdings ein Gebahren einer bestimmten Berufsgruppe hierzulande, bei der diese Möglichkeit nicht funktioniert. Die Hälfte der Bevölkerung entgegnet dieser Berufsgruppe mit dem Boykott von Wahlen, aber das scheint bisher zumindest nicht zu fruchten.
Desweiteren hat man auch keine Möglichkeit mit seinem Geldbeutel abzustimmen. Dem Finanzamt-Mitarbeiter dürfte man wohl nur ein spöttisches Grinsen entlocken, wenn man in seiner Steuererklärung fordert, daß der prozentuale Anteil, der für die Politiker-Gehälter ausgegeben wird, doch bitte wieder zurückgezahlt werden soll.
Wir haben hier also ganz eindeutig eine Wettbewerbsverzerrung, in dem eine einzelne Berufsgruppe sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafft, um nicht zu sagen eine Monopolstellung ausübt.
An dieser Stelle also ein Aufruf an die FDP und alle anderen der-freie-Markt-wird's-schon-regeln-Protagonisten. Kehrt mit euren eigenen Regeln vor der eigenen Tür und koppelt die Politiker-Gehälter an die Wahlbeteiligung. Das wäre gleichzeitig auch eine hervorragende Sparmöglichkeit!
Aber keine Bange, bei 0% Wahlbeteiligung müßt ihr dann nicht verhungern, Hartz4 steht auch euch zur Verfügung.
Allerdings solltet ihr dann besser nicht krank werden. Aber wem sag ich das. Ihr wißt ja eh am Besten, wie es um das Gesundheitssystem steht.
Insbesondere sie, Herr Rösler, nicht wahr?
Addendum: Die Bezeichnung "BRD GmbH" habe ich neulich in einer Diskussion gelesen. Ich weiß leider nicht mehr wo, aber ich fand das so passend, daß ich das hier einfach mal für den Titel übernommen habe. An dieser Stelle ein Danke an den Diskutanten für die Idee.
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