Man muß hier allerdings anerkennend konstatieren, daß Microsoft in diesem Fall aus Googles Fehlern gelernt hat, zumindest was die öffentliche Wahrnehmung betrifft. Herr Löffler erzählt wie wichtig doch Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Nutzer sei. Dieses hat Google durch technische Fehler im Vorfeld leichtfertig verspielt, unter anderem durch die Geschichte mit dem Mitschneiden von WLAN-Daten.
Im weiteren schwadroniert Herr Löffler fleißig von Privacy by Design, Datenkontrolle und Transparenz, was sich zwar alles toll anhört, alas, vor meinem geistigen Auge sehe ich da nur diese Szene.
Auch der Verweis auf den geplanten Datenschutzkodex für Geodaten-Dienste, der derzeit vom Bitkom ausgearbeitet wird, entlockt einem nichtmal ein müdes Lächeln. Da finden sich mal wieder Bock und Gärtner in einer Person.
Die Lösung für Datenschutzprobleme ist natürlich eine weitere Datenbank... wie könnt's anders sein. *seufz*
Selbstverständlich wollen wir die Privatsphäre der Nutzer berücksichtigen, aber doch bitte nur solange das nicht unseren wirtschaftlichen Interessen in die Quere kommt.
Deshalb ist auch diese ganze freiwillige Selbstregulierungsgeschichte eine reine PR-Maßnahme um einerseits Kritiker zu beruhigen und andererseits trotzdem beliebig freie Hand zu haben. Und das grundlegende Problem wird hier wie so oft komplett ignoriert.
Dabei müßte man noch nichtmal irgendwelche Sondergesetze für Geodaten-Dienste aus dem Hut zaubern. Eine allgemeine Regelung wie die folgende sollte doch vollkommen ausreichen:
Daten, die direkt oder indirekt personenbezogene Informationen enthalten oder Rückschlüsse auf eine Person zulassen, dürfen ohne Zustimmung der betroffenen Person nicht erhoben oder gespeichert werden.Punkt, fertig. Also erstmal Deny by default und generelles Opt-In, danach kann man dann mit Ausnahmeregelungen kommen, z.B. für öffentliche Veranstaltungen, damit Herr de Maizière auch weiterhin seinen Kölner Karneval im Fersehen gucken kann.
Aber so etwas ist ja weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich gewollt.
Denn weil man selber nichts zu verbergen hat, kann einem daher auch niemand verbieten, sich die Nachbarschaft im Internet anzuschauen!

