Letztes Wochenende stand hier experimentelles Kochen auf dem Plan. Ich hatte noch eine fast volle Packung Mehl, dessen zeitliche Distanz zum Haltbarkeitsdatum langsam wieder größer wurde, und da ich vor einiger Zeit rausgefunden habe, daß es ein Gericht namens Seitan (Weizen-Gluten) gibt und man das aus Weizenmehl einfach selber herstellen kann, war klar was gekocht wurde. Das Mehl mußte schließlich weg.
Was ist Seitan? Seitan ist im Prinzip das, was vom Mehl übrigbleibt, nachdem man die Stärke ausgewaschen hat. Also das Zeug, was einen Teig zusammenhält. Eine anschauliche Anleitung zur Seitan-Zubereitung habe ich hier gefunden. Ich habe mich selber aber nur relativ grob an dieser Anleitung orientiert.
Das Waschen ging ohne Sieb in einer großen Schüssel auch ganz gut und für das Kochen fehlten mir die Kochbeutel. Den Gewürz-Sud habe ich auch frei zusammengemischt, abhängig von den vorhandenen Vorräten.
Die Mehlmenge betrug ungefähr 800g, etwas über einen halben Liter Wasser dazu und das nach obiger Anleitung 1 Stunde bei Zimmertemperatur und dann nochmal 8 Stunden im Kühlschrank stehen lassen. Danach ging es an's Auswaschen wonach folgender ca. 250g schwerer Seitan-Klumpen zurückblieb:
Ich gebe zu, appetitliches Aussehen ist etwas anderes, und von der Konsistenz her hat es Ähnlichkeit mit einem Gummiball, aber das wird sich noch ändern. (Habe ich zumindest an diesem Zeitpunkt gehofft. )
Für den Gewürzsud habe ich ungefähr 100ml Sojasoße sowie einige Gewürze in einem Liter Wasser aufgekocht. Der Seitan wurde in handlichere Stücke zerteilt und danach eine halbe Stunde gekocht.
Ohne die Kochbeutel-Variante nehmen die Seitan-Stückchen im Wasser allerdings noch einiges an Volumen zu, der Topf sollte also nicht zu allzu klein sein.
Als Beilage wollte ich eine Zucchini-Pfanne machen. Hierfür etwas Oliven-Öl in eine Pfanne, eine Zwiebel kleinschneiden, eine (kleine) Zucchini in halbe Scheiben zerteilen, sowie eine kleine Dose Champignons in die Pfanne geben und schonmal andünsten.
Mittlerweile sollten die Seitanstücke auch fertig gekocht sein:
Da diese durch das Kochen doch recht groß geworden sind, werden diese auch noch einmal halbiert und kommen dann mit in die Pfanne.
Jetzt wird das alles nochmal ein paar Minuten gebraten. Ich mußte leider feststellen, daß die Seitanstücke sich nicht knusprig braten ließen, da sie einfach zu viel Wasser aufgesogen hatten. Mit der Kochbeutel-Variante hätte das vermutlich etwas anders ausgesehen.
Da ich als weitere Beilage nur eine Hockenheimer Stange hatte(Baguette mit Pepperoni-Stückchen, unbedingt mal ausprobieren, wenn $Bäcker so etwas anbietet) und mir das so insgesamt etwas zu trocken war, habe ich noch eine Packung Bratensoße (Blasphemie!) hinzugegeben, die ich vorher mit 250ml des übriggebliebenen Gewürz-Suds verrührt habe.
Das ganze dann nochmal 2 Minuten aufkochen lassen und umrühren, et voilà, fertig.
Vom Geschmack her hat die Sojasoße leider sehr dominiert, was mir persönlich nicht so zugesagt hat, hier wäre weniger mehr gewesen. Aber gerade bei dem Gewürz-Sud hat man ja beliebig viele Kombinationsmöglichkeiten, um den Geschmack zu beeinflussen.
Experimentiertechnisches Potential ist definitiv vorhanden.
Dienstag Abend waren wir auf dem Dream Theater Konzert im Tollwood in München. Mir war zwar schon länger bekannt, daß die dort spielen, aber die Entscheidung dort hin zu fahren, fiel erst am Montag. Glücklicherweise gab es noch Karten an der Abendkasse.
Wir waren leider ein paar Minuten zu spät dran, ich hatte aber auch nicht damit gerechnet, daß die den Zeitplan minutiös einhalten würden. Um Punkt 19 Uhr fing Neal Morse mit seiner Band an, und wir hörten sie schon spielen, als wir noch auf dem Weg zum Tollwood waren.
Wohlbekannte Klänge leiteten uns den Weg, hätte ich's nicht besser gewußt, hätte ich gesagt dort spielt Spock's Beard, ein Sound wie damals, als Neal dort noch Frontmann war.
Das Festzelt war um kurz nach sieben ungefähr halb voll, aber das sollte sich noch sehr schnell ändern.
Neal ist immer noch der charismatische Sänger/Keyboarder wie damals, und man merkt ihm von der ersten Sekunde an, wie sehr er in seiner Musik aufgeht und was ihm die Bühne bedeutet.
Leider, leider, leider war der Auftritt viel zu kurz. Um den straffen Zeitplan zu halten, durften sie nur eine halbe Stunde spielen, und mußten dann bereits die Bühne verlassen, damit umgebaut werden konnte.
In der folgenden halben Stunde füllte sich das Zelt bis in die hintersten Reihen. Das Publikum vertreibte sich die Zeit damit den Leuten vom Soundcheck zu applaudieren oder einfach so in prophylaktische Jubelstürme auszubrechen.
Auf die Minute um 20 Uhr fingen dann Dream Theater an. Der Opener war diesmal In The Presence Of Enemies Pt.1 von der Systematic Chaos. Am Anfang war der Sound im Zelt etwas leise, so daß es das Publikum geschafft hat, die Musik zu übertönen, das haben die Tontechniker allerdings schnell in den Griff bekommen.
Anmerkung am Rande, falls es jemand nicht weiß: Jedes Dream Theater Konzert ist einzigartig was die Setlist betrifft. Mike Portnoy führt seit Jahren Buch darüber, welche Setlist in welcher Stadt aufgeführt wurde, um zu verhindern, daß irgendwann ein doppeltes Set gespielt wird, was einem vorherigen Konzert gleicht.
Zufälligerweise erschien am Dienstag auch das neue Album Black Clouds & Silver Linings. Von dieser CD haben sie aber nur den Song A Rite Of Passage gespielt, von dem vorab schon das Musik-Video veröffentlicht wurde (in dem der Song auch leicht gekürzt ist).
Wir hatten einen einigermaßen guten Platz relativ mittig, so daß man alles sehen konnte und auch die Akustik war in Ordnung. Ein paar Fotos habe ich noch gemacht, die aber leider etwas unscharf geworden sind.
Ansonsten kann man zu dem Konzert nicht viel sagen ohne hier seitenlange Lobhudeleien vom Stapel zu lassen, die Jungs muß man einfach mal live erlebt haben.
Leider hatten sich auch Dream Theater an den engen Zeitplan zu halten und mußten um 22 Uhr die Zelte abbrechen, so daß sie nur 2 Stunden gespielt haben.
Einerseits schade, andererseits verständlich, da das Zelt so gut wie keine Schalldämmung hatte, und man sie vermutlich meilenweit gehört hat.
Nach einer kurzen Auseinandersetzung des abreisenden Publikums mit dem Parktiket-Automaten des Parkhauses, der mit dem Regenwetter wohl nicht ganz klarkam und bei einigen Leuten meinte er müßte die Tickets und das Geld behalten, kam ein sichtlich gestreßter Mitarbeiter angerannt, um die Schranke manuell aufzumachen und das Hup-Konzert zu beenden.
Das Dateisystem ext4 Pro-Linux macht einen Performance-Test aktueller Dateisysteme, um zu sehen wie sich das neue ext4 im Vergleich schlägt.
Astronomy Picture of the Day Jeden Tag ein neues Bild. Ich hab schon lange nicht mehr dort vorbeigeschaut, sollte ich wieder zur Gewohnheit werden lassen.
Die Bilder die von der NASA selber sind, stehen übrigens unter Public Domain.
McKinsey macht die Politik Die Nachdenkseiten zu Rüttgers Deutschlandfonds. Falls noch jemand Illusionen darüber haben sollte, wer hierzulande der Souverän ist...
ist Neujahr nicht weit."
Von dieser Tatsache wußte schon Wilhelm Busch zu berichten.
Aber auch wenn es hier nicht schneit, erlaube ich mir ein kleines Resumé des vergangenen Jahres zu ziehen.
Blogtechnisch hat sich mit den nur 40 Einträgen leider weniger getan als ursprünglich geplant. Andererseits bin ich trotzdem zufrieden, da die Seite ihren Zweck als persönliches Archiv schon ein paar Mal erfüllt und mir die Suche einiger Informationen vereinfacht hat.
Mitte des Jahres gab es ja leider einen kleinen Bruch durch Plattencrash und größeren Änderungen privater Natur. Diesbezüglich wird es nächstes Jahr hoffentlich etwas stetiger laufen, ungeachtet des drohenden Finanzkrisendamoklesschwertes.
Übrigens gab es heute eine neue Serendipity-Version (Codename "Post-Christmas-Monk-Miles-Moondog"), die hier auch schon ihren Dienst verrichtet. Mal ein Danke an die Leute für das (leicht verspätete) Weihnachtsgeschenk. :)
Netzpolitisch und gesellschaftlich war letztes Jahr ja ein Desaster, und es sieht nicht so aus, als würde das nächstes Jahr besser, wenn man an Online-Durchsuchung, BKA-Ermächtigungsgesetz, Bundestrojaner, Versammlungsverbote, Datenpannen, etc. pp. denkt.
Für diejenigen die jetzt zu Weihnachten (oder zu welchem Fest auch immer) einen neuen Computer bekommen haben, bietet es sich natürlich an, mal die Festplatten komplett zu verschlüsseln. Ihr habt die Möglichkeiten, nutzt sie auch. :)
Und als guten Vorsatz für nächstes Jahr könnte man mal darauf achten, wo private Daten überall von einem gesammelt werden um selbiges zu vermeiden. Das fängt an der Supermarktkasse an und hört beim Websurfen noch lange nicht auf. Wer sich mal tiefer in die Materie knien will, findet unter anderem beim FoeBuD massig Informationen.
Einen bilderreichen Jahresrückblick über das was auf der Welt sonst so passiert ist, bietet "The Big Picture" mit einer sehenswerten, dreiteilligen Zusammenfassung an:
Eigentlich wollte ich mich ja momentan in Berlin beim 25C3 aufhalten, was aber leider nicht geklappt hat. Da das Gros der Vorträge aber als Videos zur Verfügung steht, ist das nicht ganz so ärgerlich.
Und somit beende ich hier das Jahr, wie ich es begonnen habe. Mit einem Link zu Jans Mirror der 25C3 Videos, der sich die nächsten Tage wohl noch weiter füllen wird.
<insider>Damit auch die Leute in China die Videos sehen können. ;) </insider>
Das Wetter heute habe ich mal für ein paar Fotos genutzt. Mittlerweile bin ich mit der Bildqualität der Kamera eigentlich nicht mehr sonderlich zufrieden. Zu wackel-empfindlich und ziemliche Schärfeprobleme. Die Helligkeit stimmt bei einigen Bildern auch nicht. Aber so oft knipse ich ja auch nicht, als daß sich eine neue lohnen würde. (Und vermutlich ist das teilweise auch nur Konfigurationssache an der Kamera...)
Ansonsten hatte ich bei dem Rundgang noch Spaß mit einer vierbeinigen Palindrom-Klobürste, oder wie auch immer diese Hunderasse heißt, die von vorne und hinten gleich ausschaut (leider kein Foto ). Kam kläffend durch einen Garten gerannt, und ich hab's erst ignoriert bis mir auffiel, daß da ein offenes Tor war und kein Herrchen in Sicht. Aber das Ding war erstaunlich gut erzogen, hörte sogar bei nem Fremden auf's Wort und ließ mich in Ruhe. Als Wachhund ist sowas dann allerdings nicht sonderlich tauglich.