Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: Elena: Der elektronische Gehaltsnachweis kommt in den Schredder
Auch wenn die Begründung hanebüchen ist und nur wie eine reine Gesichtswahrungs-PR-Strategie aussieht, das Ergebnis ist dann doch mal das richtige. Es hat nur viel zu lange gedauert, und von den Schäden die schon angerichtet wurden ganz zu schweigen.
Als nächstes dann bitte ähnliche Maßnahmen bei der elektronischen Gesundheitskarte, dem ePerso und De-Mail einleiten. Danke.
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Aus für Elena
Monday, 29. December 2008
"Wenn es Silvester schneit,
ist Neujahr nicht weit."
Von dieser Tatsache wußte schon Wilhelm Busch zu berichten.
Aber auch wenn es hier nicht schneit, erlaube ich mir ein kleines Resumé des vergangenen Jahres zu ziehen.
Blogtechnisch hat sich mit den nur 40 Einträgen leider weniger getan als ursprünglich geplant. Andererseits bin ich trotzdem zufrieden, da die Seite ihren Zweck als persönliches Archiv schon ein paar Mal erfüllt und mir die Suche einiger Informationen vereinfacht hat.
Mitte des Jahres gab es ja leider einen kleinen Bruch durch Plattencrash und größeren Änderungen privater Natur. Diesbezüglich wird es nächstes Jahr hoffentlich etwas stetiger laufen, ungeachtet des drohenden Finanzkrisendamoklesschwertes.
Übrigens gab es heute eine neue Serendipity-Version (Codename "Post-Christmas-Monk-Miles-Moondog"), die hier auch schon ihren Dienst verrichtet. Mal ein Danke an die Leute für das (leicht verspätete) Weihnachtsgeschenk. :)
Netzpolitisch und gesellschaftlich war letztes Jahr ja ein Desaster, und es sieht nicht so aus, als würde das nächstes Jahr besser, wenn man an Online-Durchsuchung, BKA-Ermächtigungsgesetz, Bundestrojaner, Versammlungsverbote, Datenpannen, etc. pp. denkt.
Für diejenigen die jetzt zu Weihnachten (oder zu welchem Fest auch immer) einen neuen Computer bekommen haben, bietet es sich natürlich an, mal die Festplatten komplett zu verschlüsseln. Ihr habt die Möglichkeiten, nutzt sie auch. :)
Und als guten Vorsatz für nächstes Jahr könnte man mal darauf achten, wo private Daten überall von einem gesammelt werden um selbiges zu vermeiden. Das fängt an der Supermarktkasse an und hört beim Websurfen noch lange nicht auf. Wer sich mal tiefer in die Materie knien will, findet unter anderem beim FoeBuD massig Informationen.
Einen bilderreichen Jahresrückblick über das was auf der Welt sonst so passiert ist, bietet "The Big Picture" mit einer sehenswerten, dreiteilligen Zusammenfassung an:
Eigentlich wollte ich mich ja momentan in Berlin beim 25C3 aufhalten, was aber leider nicht geklappt hat. Da das Gros der Vorträge aber als Videos zur Verfügung steht, ist das nicht ganz so ärgerlich.
Und somit beende ich hier das Jahr, wie ich es begonnen habe. Mit einem Link zu Jans Mirror der 25C3 Videos, der sich die nächsten Tage wohl noch weiter füllen wird.
<insider>Damit auch die Leute in China die Videos sehen können. ;) </insider>
Kommt gut in's neue Jahr.
Von dieser Tatsache wußte schon Wilhelm Busch zu berichten.
Aber auch wenn es hier nicht schneit, erlaube ich mir ein kleines Resumé des vergangenen Jahres zu ziehen.
Blogtechnisch hat sich mit den nur 40 Einträgen leider weniger getan als ursprünglich geplant. Andererseits bin ich trotzdem zufrieden, da die Seite ihren Zweck als persönliches Archiv schon ein paar Mal erfüllt und mir die Suche einiger Informationen vereinfacht hat.
Mitte des Jahres gab es ja leider einen kleinen Bruch durch Plattencrash und größeren Änderungen privater Natur. Diesbezüglich wird es nächstes Jahr hoffentlich etwas stetiger laufen, ungeachtet des drohenden Finanzkrisendamoklesschwertes.
Übrigens gab es heute eine neue Serendipity-Version (Codename "Post-Christmas-Monk-Miles-Moondog"), die hier auch schon ihren Dienst verrichtet. Mal ein Danke an die Leute für das (leicht verspätete) Weihnachtsgeschenk. :)
Netzpolitisch und gesellschaftlich war letztes Jahr ja ein Desaster, und es sieht nicht so aus, als würde das nächstes Jahr besser, wenn man an Online-Durchsuchung, BKA-Ermächtigungsgesetz, Bundestrojaner, Versammlungsverbote, Datenpannen, etc. pp. denkt.
Für diejenigen die jetzt zu Weihnachten (oder zu welchem Fest auch immer) einen neuen Computer bekommen haben, bietet es sich natürlich an, mal die Festplatten komplett zu verschlüsseln. Ihr habt die Möglichkeiten, nutzt sie auch. :)
Und als guten Vorsatz für nächstes Jahr könnte man mal darauf achten, wo private Daten überall von einem gesammelt werden um selbiges zu vermeiden. Das fängt an der Supermarktkasse an und hört beim Websurfen noch lange nicht auf. Wer sich mal tiefer in die Materie knien will, findet unter anderem beim FoeBuD massig Informationen.
Einen bilderreichen Jahresrückblick über das was auf der Welt sonst so passiert ist, bietet "The Big Picture" mit einer sehenswerten, dreiteilligen Zusammenfassung an:
- The year 2008 in photographs (part 1 of 3)
- 2008 in photographs (part 2 of 3)
- 2008, the year in photographs (part 3 of 3)
Eigentlich wollte ich mich ja momentan in Berlin beim 25C3 aufhalten, was aber leider nicht geklappt hat. Da das Gros der Vorträge aber als Videos zur Verfügung steht, ist das nicht ganz so ärgerlich.
Und somit beende ich hier das Jahr, wie ich es begonnen habe. Mit einem Link zu Jans Mirror der 25C3 Videos, der sich die nächsten Tage wohl noch weiter füllen wird.
<insider>Damit auch die Leute in China die Videos sehen können. ;) </insider>
Kommt gut in's neue Jahr.
Saturday, 18. October 2008
Der gelbe Spion
Wer bei der Überschrift an ein großes asiatisches Land gedacht hat, sollte seine Assoziationsketten neu kalibrieren.
Es gibt in dem Bereich der IT-Sicherheit ein paar Grundpfeiler, auf denen alles weitere aufbaut. Gemeint sind hier diverse Eigenschaften wie Vertraulichkeit, Integrität, Authentizität oder Verfügbarkeit.
Vertraulichkeit besagt z.B., daß bestimmte Informationen nur für bestimmte Empfänger zugänglich sind.
Integrität garantiert, daß Informationen nicht verändert wurden.
Authentizität stellt sicher, daß eine Information von dem richtigen Absender kommt.
Und Verfügbarkeit gibt die Erreichbarkeit eines Systems oder einer Information an.
Hier will ich jetzt aber nicht weiter in's Detail gehen, da sich mit diesen Themen ganze Bücherregale oder viele Webseiten füllen lassen.
Nun gibt es eine relativ bekannte Firma, die vorgibt etwas von IT-Sicherheit zu verstehen. Eine Firma, die ihre Sicherheitsprodukte (aka snake oil) an leichtgläubige Kunden verramscht, die es nicht besser wissen.
Eine Firma, der wir 2006 eines der größten Botnetze zu verdanken hatten.
Und ganz aktuell:
Eine Firma, die offen zugibt, daß ihr die Vertraulichkeit der Internet-Nutzer am Allerwertesten vorbeigeht und gerne komplette Nutzerprofile ihr Eigen nennen möchte.
Es gibt in dem Bereich der IT-Sicherheit ein paar Grundpfeiler, auf denen alles weitere aufbaut. Gemeint sind hier diverse Eigenschaften wie Vertraulichkeit, Integrität, Authentizität oder Verfügbarkeit.
Vertraulichkeit besagt z.B., daß bestimmte Informationen nur für bestimmte Empfänger zugänglich sind.
Integrität garantiert, daß Informationen nicht verändert wurden.
Authentizität stellt sicher, daß eine Information von dem richtigen Absender kommt.
Und Verfügbarkeit gibt die Erreichbarkeit eines Systems oder einer Information an.
Hier will ich jetzt aber nicht weiter in's Detail gehen, da sich mit diesen Themen ganze Bücherregale oder viele Webseiten füllen lassen.
Nun gibt es eine relativ bekannte Firma, die vorgibt etwas von IT-Sicherheit zu verstehen. Eine Firma, die ihre Sicherheitsprodukte (aka snake oil) an leichtgläubige Kunden verramscht, die es nicht besser wissen.
Eine Firma, der wir 2006 eines der größten Botnetze zu verdanken hatten.
Und ganz aktuell:
Eine Firma, die offen zugibt, daß ihr die Vertraulichkeit der Internet-Nutzer am Allerwertesten vorbeigeht und gerne komplette Nutzerprofile ihr Eigen nennen möchte.
"Man schaut, was ist das für ein Anwender, welche Seiten hat er besucht, welche Gefahr geht von ihm aus", sagte John W. Thompson den VDI Nachrichten. "Auf Basis dieser Infos lässt sich dann ein Profil erstellen und Unternehmen können darauf entsprechend reagieren."Da fehlen einem die Worte, angesichts der Dreistigkeit mit der aufgrund von Profitgier und Kontrollwahn die eigenen Kunden seziert werden sollen.
Monday, 13. October 2008
Da war noch etwas in der Büchse der Pandora
Ich bin ja fest davon überzeugt, daß es für einen Untergang der Menschheit derzeit nur 4 mögliche Gründe mit entsprechendem Potential gibt.
Und gerade Kinder sind eine beliebte Zielgruppe für Werbe-Strategen, da sie um ein Vielfaches leichter zu manipulieren sind.
Letztes Jahr gab es eine Studie mit Kindern, die das gleiche Essen einmal ohne und einmal mit dem Logo einer Fastfood-Kette verpackt bekommen haben. Ich muß glaube ich nicht extra erwähnen, welches den Kindern immer besser geschmeckt hat.
Aber selbst wenn einem die Rhetorik nicht fremd ist, wenn einem die Absicht hinter Kaufhausmusik, Werbesprüchen und bunten Logos bekannt ist und man die Tricks der Werber kennt, mit denen sie einen einzulullen versuchen, bleibt dennoch immer unterbewußt etwas hängen. Auch einem kritisch Denkenden offenbart sich der Wiedererkennungswert eines Produkts, wenn man den Namen schon einmal gehört hat oder das Logo schonmal gesehen hat.
Das ist wie mit dem rosa Elefanten an den man nicht denken darf, kaum geschrieben und schon ist es zu spät.
Werbung versucht Bedürfnisse zu erzeugen, es wird eine Scheinrealität vorgegaukelt, die einem in unzähligen Werbebotschaften täglich in die Hirnlappen gemeißelt wird. Daß man für diese Scheinrealität als Kunde gleich noch doppelt mitzahlt, irgendwoher muß das Werbebudget ja kommen, ist den wenigsten bewußt.
Ein weiteres Problem ist, daß jedes Medium, jede Nachrichtenquelle, jeder Anbieter von Inhalten, sich einfach ein Stück seiner Unabhängigkeit entledigt, wenn dort Werbung verbreitet wird. Es ist keine Seltenheit wenn Publikationen sich so abhängig von Werbe-Einnahmen machen, daß die Werber Einfluß auf den restlichen Inhalt ausüben können. Kritik an den Firmen der beworbenen Produkte? Fehlanzeige.
Und die gleichen Maßnahmen, die gleichen psychologischen und rhetorischen Mittel die den Konsum anregen sollen, lassen sich auch in anderer Richtung verwenden, beispielsweise für politische Meinungsmache. Ob mit bunten Logos oder mit Dreck geworfen wird, irgendwas bleibt immer hängen.
Personalisierte Werbung ist das Motto der letzten Jahre. Möglich geworden durch umfassende Datensammlungen und immer weiter um sich greifende Überwachungs- und Protokollierungs-Instanzen à la Paydreck und anderen Rabatt- und Bonuspunkte-Systemen.
Da es eine gewisse den Kauf positiv beeinflussende und psychologische Wirkung hat, wenn man Leute oft mit ihrem Namen anspricht, ist diese Marschrichtung kein Wunder.
(Tip: Mal bei Verkaufsgesprächen drauf achten, wie oft man mit "Herr <Nachname>" angesprochen wird, wenn der Name bekannt ist, insbesondere bei den berüchtigten Telefon-Sklaven, die meistens früh morgens am Wochenende anrufen.)
Und wenn man dann noch weiß, was die Leute für Interessen und Gewohnheiten haben (und mit der neuen Gesundheitskarte auch was für Zipperlein), kann man sie wirklich zielgerichtet und bedarfsgerecht mit Werbung zukleistern.
Und damit komme ich jetzt zum Auslöser dieses Artikels:
Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft warnt vor "großen Schäden für Medien, Druckindustrie, Post, Adressunternehmen und Dialogagenturen durch überzogenen Datenschutz".
WTF!?
Ganz ehrlich, ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals einen Menschen ernsthaft beleidigt hätte. Ich sehe in Beleidigungen weder Sinn noch Nutzen, und es verstößt auch einfach mal gegen das Prinzip des kategorischen Imperativs.
Andererseits würde ich bei diesem parasitären, gierigen, unethischen, gesellschaftszersetzenden Gesindel gerne eine Ausnahme machen und sie als <insert favourite insult here> bezeichnen, aber das mache ich nicht.
Die Bestimmung über die eigenen Daten, besser bekannt als Informationelle Selbstbestimmung, ist seit dem Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts 1983 ein Datenschutz-Grundrecht. Auch wenn es bisher immer nur stiefmütterlich behandelt wurde, leider von beiden Seiten.
Und jetzt kommt der ZAW daher und macht auf den Gesetzesentwurf des Bundesrats zu einer verschärften Datenschutzregelung einen großen Haufen.
Zugegebenermaßen traue ich dem Bundesrat kein vernünftiges Gesetz in dieser Richtung zu, von daher braucht sich der ZAW gar nicht so aufzuregen. Insbesondere da in der gleichen Sitzung der Exekutive erweiterte Abhörbefugnisse zugestanden wurden.
Allerdings ist die Arroganz, die der ZAW an den Tag legt einfach unglaublich. Ich zitiere weiter:
"Die Politik orientiert sich an Kriminellen, die illegal mit Daten handeln. Dieser einseitige Blick aber würde Arbeitsplätze und Betriebe vernichten, Verbraucher schützende Effekte durch werbenden Wettbewerb behindern und die Versorgung der Kunden mit erwarteten Produkt- und Dienstleistungsinformationen abschalten"
Versorgung der Kunden? Erwartete Produkt- und Dienstleistungsinformationen?
Wenn ich die beleidigen wollte, was ich wie gesagt nicht will, würde ich sagen, die hätten den <insert another insult here comparing the posterior opening with an aircraft hangar>.
Private Daten sind einfach viel zu viel wert, insbesondere für die Werbeindustrie. (Ich verweise nur auf die 85 Mio Euro für die Benutzerdaten des bekannten Studenten-Netzwerks.) Man kann denen ja nicht zumuten, daß sie die Daten demnächst alle komplett auf dem Schwarzmarkt erwerben müssen, ist doch viel zu teuer auf Dauer.
Der Schaden den die Werbe-Industrie gesamt-gesellschaftlich und psychologisch in den letzten Jahrzehnten angerichtet hat und noch anrichten wird, läßt sich gar nicht beziffern.
Aber was soll's, wir leben halt in einer Volvo-Werbung.
- Das erste wäre eine weltweite atomare Verseuchung inklusive nuklearem Winter nach einem Atomkrieg (war ja schonmal fast soweit vor einigen Jahren...) oder diverser Reaktor-Kernschmelzen.
- Der zweite Grund wäre ein Krankheitserreger, der sich mit entsprechender Resistenz, hoher Anpassungsfähigkeit und schneller Verbreitung durch die Menschheit wütet. (Ich muß zwar gerade an 28 Weeks Later denken, aber eine Krankheit, die alle Menschen in hirnlose Zombies verwandelt, wäre ja kein großer Unterschied zum Ist-Zustand. Es darf also etwas origineller sein.)
- Grund Nummer Drei könnte eine Naturgewalt sein. Ein Meteorit mit ausreichender Größe, ähnlich des Feuerwerks vor 65 Mio. Jahren, oder enorme vulkanische Aktivitäten.
- Der vierte Grund ist Werbung. Und um dieses Thema geht's im Folgenden.
Und gerade Kinder sind eine beliebte Zielgruppe für Werbe-Strategen, da sie um ein Vielfaches leichter zu manipulieren sind.
Letztes Jahr gab es eine Studie mit Kindern, die das gleiche Essen einmal ohne und einmal mit dem Logo einer Fastfood-Kette verpackt bekommen haben. Ich muß glaube ich nicht extra erwähnen, welches den Kindern immer besser geschmeckt hat.
Aber selbst wenn einem die Rhetorik nicht fremd ist, wenn einem die Absicht hinter Kaufhausmusik, Werbesprüchen und bunten Logos bekannt ist und man die Tricks der Werber kennt, mit denen sie einen einzulullen versuchen, bleibt dennoch immer unterbewußt etwas hängen. Auch einem kritisch Denkenden offenbart sich der Wiedererkennungswert eines Produkts, wenn man den Namen schon einmal gehört hat oder das Logo schonmal gesehen hat.
Das ist wie mit dem rosa Elefanten an den man nicht denken darf, kaum geschrieben und schon ist es zu spät.
Werbung versucht Bedürfnisse zu erzeugen, es wird eine Scheinrealität vorgegaukelt, die einem in unzähligen Werbebotschaften täglich in die Hirnlappen gemeißelt wird. Daß man für diese Scheinrealität als Kunde gleich noch doppelt mitzahlt, irgendwoher muß das Werbebudget ja kommen, ist den wenigsten bewußt.
Ein weiteres Problem ist, daß jedes Medium, jede Nachrichtenquelle, jeder Anbieter von Inhalten, sich einfach ein Stück seiner Unabhängigkeit entledigt, wenn dort Werbung verbreitet wird. Es ist keine Seltenheit wenn Publikationen sich so abhängig von Werbe-Einnahmen machen, daß die Werber Einfluß auf den restlichen Inhalt ausüben können. Kritik an den Firmen der beworbenen Produkte? Fehlanzeige.
Und die gleichen Maßnahmen, die gleichen psychologischen und rhetorischen Mittel die den Konsum anregen sollen, lassen sich auch in anderer Richtung verwenden, beispielsweise für politische Meinungsmache. Ob mit bunten Logos oder mit Dreck geworfen wird, irgendwas bleibt immer hängen.
Personalisierte Werbung ist das Motto der letzten Jahre. Möglich geworden durch umfassende Datensammlungen und immer weiter um sich greifende Überwachungs- und Protokollierungs-Instanzen à la Paydreck und anderen Rabatt- und Bonuspunkte-Systemen.
Da es eine gewisse den Kauf positiv beeinflussende und psychologische Wirkung hat, wenn man Leute oft mit ihrem Namen anspricht, ist diese Marschrichtung kein Wunder.
(Tip: Mal bei Verkaufsgesprächen drauf achten, wie oft man mit "Herr <Nachname>" angesprochen wird, wenn der Name bekannt ist, insbesondere bei den berüchtigten Telefon-Sklaven, die meistens früh morgens am Wochenende anrufen.)
Und wenn man dann noch weiß, was die Leute für Interessen und Gewohnheiten haben (und mit der neuen Gesundheitskarte auch was für Zipperlein), kann man sie wirklich zielgerichtet und bedarfsgerecht mit Werbung zukleistern.
Und damit komme ich jetzt zum Auslöser dieses Artikels:
Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft warnt vor "großen Schäden für Medien, Druckindustrie, Post, Adressunternehmen und Dialogagenturen durch überzogenen Datenschutz".
WTF!?
Ganz ehrlich, ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals einen Menschen ernsthaft beleidigt hätte. Ich sehe in Beleidigungen weder Sinn noch Nutzen, und es verstößt auch einfach mal gegen das Prinzip des kategorischen Imperativs.
Andererseits würde ich bei diesem parasitären, gierigen, unethischen, gesellschaftszersetzenden Gesindel gerne eine Ausnahme machen und sie als <insert favourite insult here> bezeichnen, aber das mache ich nicht.
Die Bestimmung über die eigenen Daten, besser bekannt als Informationelle Selbstbestimmung, ist seit dem Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts 1983 ein Datenschutz-Grundrecht. Auch wenn es bisher immer nur stiefmütterlich behandelt wurde, leider von beiden Seiten.
Und jetzt kommt der ZAW daher und macht auf den Gesetzesentwurf des Bundesrats zu einer verschärften Datenschutzregelung einen großen Haufen.
Zugegebenermaßen traue ich dem Bundesrat kein vernünftiges Gesetz in dieser Richtung zu, von daher braucht sich der ZAW gar nicht so aufzuregen. Insbesondere da in der gleichen Sitzung der Exekutive erweiterte Abhörbefugnisse zugestanden wurden.
Allerdings ist die Arroganz, die der ZAW an den Tag legt einfach unglaublich. Ich zitiere weiter:
"Die Politik orientiert sich an Kriminellen, die illegal mit Daten handeln. Dieser einseitige Blick aber würde Arbeitsplätze und Betriebe vernichten, Verbraucher schützende Effekte durch werbenden Wettbewerb behindern und die Versorgung der Kunden mit erwarteten Produkt- und Dienstleistungsinformationen abschalten"
Versorgung der Kunden? Erwartete Produkt- und Dienstleistungsinformationen?
Wenn ich die beleidigen wollte, was ich wie gesagt nicht will, würde ich sagen, die hätten den <insert another insult here comparing the posterior opening with an aircraft hangar>.
Private Daten sind einfach viel zu viel wert, insbesondere für die Werbeindustrie. (Ich verweise nur auf die 85 Mio Euro für die Benutzerdaten des bekannten Studenten-Netzwerks.) Man kann denen ja nicht zumuten, daß sie die Daten demnächst alle komplett auf dem Schwarzmarkt erwerben müssen, ist doch viel zu teuer auf Dauer.
Der Schaden den die Werbe-Industrie gesamt-gesellschaftlich und psychologisch in den letzten Jahrzehnten angerichtet hat und noch anrichten wird, läßt sich gar nicht beziffern.
Aber was soll's, wir leben halt in einer Volvo-Werbung.
Sunday, 5. October 2008
Filmtip - Auf Nummer sicher
Ich wollte hier noch einen kleinen Filmtip vorstellen, weil ich vor kurzem mal wieder drüber gestolpert bin: "Auf Nummer sicher?" ist eine Mischung aus Dokumentation und Fiktion. Die Story ist zwar fiktional, auch wenn die Hintergründe es leider nicht sind, aber es werden zudem passende und real geführte Interviews eingebunden, was dem ganzen ein gehöriges Maß Authentizität verleiht.
Es lohnt sich die MPEG1 Version herunterzuladen, die Bild-Qualität ist sehr gut.
Der Film steht glaub ich sogar auch unter einer CC-Lizenz, ich hab zwar keinen direkten Hinweis auf die exakte Lizenz gefunden, aber zumindest befindet er sich in der OpenSource Kategorie auf archive.org.
Wenn es derzeit einen aktuellen Film gibt, der die "Ich hab doch nichts zu verbergen"-Fraktion zum Nachdenken anregen könnte, dann ist es dieser.
Es lohnt sich die MPEG1 Version herunterzuladen, die Bild-Qualität ist sehr gut.
Der Film steht glaub ich sogar auch unter einer CC-Lizenz, ich hab zwar keinen direkten Hinweis auf die exakte Lizenz gefunden, aber zumindest befindet er sich in der OpenSource Kategorie auf archive.org.
Wenn es derzeit einen aktuellen Film gibt, der die "Ich hab doch nichts zu verbergen"-Fraktion zum Nachdenken anregen könnte, dann ist es dieser.
Tuesday, 30. September 2008
Der Barcode im Nacken
ist nicht mehr weit weg.
Da kommt man abends nach Hause, holt die Post aus dem Briefkasten und findet seine neue Steuer-Identifikationsnummer vor.
Solche Personenkennziffern gab es hier z.B. bisher in der DDR als Personenkennzahl und zur Zeit des Nationalsozialismus als Reichspersonalnummer. Da weiß man doch gleich wo man zu Hause ist.
Eine solche Personenkennziffer ist ja eigentlich verfassungswidrig. So etwas wurde durch das bekannte Volkszählungsurteil des BVerfG damals ausdrücklich untersagt, aber das interessiert ja keine Sau.
Auf den Seiten der Humanistischen Union finden sich ein paar interessante Hintergrundinformationen und Tips wie man sich dagegen wehren kann, und die haben auch eine Musterklage initiiert. Es kann wahrscheinlich nicht schaden, den Verein etwas zu unterstützen.
Sollte es noch andere Empfehlungen geben (außer ignorieren oder verbrennen, auch wenn letzteres reizt), ich bin ganz Ohr.
Da kommt man abends nach Hause, holt die Post aus dem Briefkasten und findet seine neue Steuer-Identifikationsnummer vor.
Solche Personenkennziffern gab es hier z.B. bisher in der DDR als Personenkennzahl und zur Zeit des Nationalsozialismus als Reichspersonalnummer. Da weiß man doch gleich wo man zu Hause ist.
Eine solche Personenkennziffer ist ja eigentlich verfassungswidrig. So etwas wurde durch das bekannte Volkszählungsurteil des BVerfG damals ausdrücklich untersagt, aber das interessiert ja keine Sau.
Auf den Seiten der Humanistischen Union finden sich ein paar interessante Hintergrundinformationen und Tips wie man sich dagegen wehren kann, und die haben auch eine Musterklage initiiert. Es kann wahrscheinlich nicht schaden, den Verein etwas zu unterstützen.
Sollte es noch andere Empfehlungen geben (außer ignorieren oder verbrennen, auch wenn letzteres reizt), ich bin ganz Ohr.
Sunday, 17. August 2008
Firefox Suchwörter mit Scroogle nutzen
Wer schonmal Google über Tor genutzt hat, wird das Problem kennen, daß Google dann regelmäßig eine schöne 403-Fehlerseite zurückgibt, mit der Behauptung der eigene PC sei womöglich Viren- und Spyware verseucht. Dies ist natürlich Schwachsinn, liegt aber wohl eher daran, daß über die Tor Exit-Nodes entsprechend viele Anfragen von derselben IP an Google gehen und die das dementsprechend blockieren. (Böse Zungen mögen behaupten, daß das Absicht sei, weil Anfragen über Tor ja nicht so toll personalisiert werden können und so der Nutzwert der gesammelten Daten bei Google sinkt...)
Eine schöne Alternative hierzu lautet Scroogle. Dieser Dienst leitet die Anfragen an Google weiter und liefert die Ergebnisse zurück. Scroogle verwendet aber keine Cookies, löscht seine Logs und Anfragen sind SSL-verschlüsselt möglich.
Somit weiß Google nicht von wem welche Suchanfragen getätigt werden.
Wenn man dann noch das Feature von Firefox nutzt, daß man nur Schlüsselwörter in der Adreßleiste eingibt und dann automatisch entsprechende Suchergebnisse kriegt ohne extra die Google-Seite aufzurufen, kann man auch hier Abhilfe schaffen:
Unter about:config im Firefox gibt es die Variable keyword.URL. Dort steht der Suchlink für Google voreingestellt, diesen kann man durch folgenden Link ersetzen:
https://ssl.scroogle.org/cgi-bin/nbbwssl.cgi?Gw=
Wenn man dann bestimmte Suchwörter in der Adreßleiste eingibt, landet man direkt bei den entsprechenden Scroogle-Ergebnissen.
Eine schöne Alternative hierzu lautet Scroogle. Dieser Dienst leitet die Anfragen an Google weiter und liefert die Ergebnisse zurück. Scroogle verwendet aber keine Cookies, löscht seine Logs und Anfragen sind SSL-verschlüsselt möglich.
Somit weiß Google nicht von wem welche Suchanfragen getätigt werden.
Wenn man dann noch das Feature von Firefox nutzt, daß man nur Schlüsselwörter in der Adreßleiste eingibt und dann automatisch entsprechende Suchergebnisse kriegt ohne extra die Google-Seite aufzurufen, kann man auch hier Abhilfe schaffen:
Unter about:config im Firefox gibt es die Variable keyword.URL. Dort steht der Suchlink für Google voreingestellt, diesen kann man durch folgenden Link ersetzen:
https://ssl.scroogle.org/cgi-bin/nbbwssl.cgi?Gw=
Wenn man dann bestimmte Suchwörter in der Adreßleiste eingibt, landet man direkt bei den entsprechenden Scroogle-Ergebnissen.
Saturday, 2. August 2008
Ich weiß was Du letzten Sommer gekauft hast
Gestern mit Erschrecken festgestellt, daß mittlerweile auch Apotheken bei Paydreck mitmachen. Die Werbung für diese Datenkrake in der Apotheke war jedenfalls sehr aufdringlich. Überall diese blauen Plakate und Schilder, daß man's auch ja nicht übersehen kann.
Ist das die Fallback-Strategie, falls die elektronische Gesundheitskarte sich doch nicht durchsetzen sollte? Ist dann zwar nicht mehr ganz so personenbezogen im Vergleich, da so eine Paydreck-Karte ja vom ganzen Haushalt genutzt werden kann, aber ein paar medizinische Daten sind ja zum Verwerten immerhin besser als gar keine.
Ist das die Fallback-Strategie, falls die elektronische Gesundheitskarte sich doch nicht durchsetzen sollte? Ist dann zwar nicht mehr ganz so personenbezogen im Vergleich, da so eine Paydreck-Karte ja vom ganzen Haushalt genutzt werden kann, aber ein paar medizinische Daten sind ja zum Verwerten immerhin besser als gar keine.
Geschrieben von marc
in Notiz
um
14:53
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Tags für diesen Artikel: datenschutz
Tuesday, 15. April 2008
Links 0x04 - To boldly link where no man has linked before
- Die sorglose Masse Schöner Rant über Soziale Netzwerke und deren Nutzer.
- Und keiner nennt es Korruption Telepolis-Artikel über die "Leihbeamten". Wieso wußte ich vorher schon, daß dort u.a. Bertelsmann erwähnt wird?
- Lohnnebenkosten Volker Pispers ganz grandios über die nicht existierenden Lohnnebenkosten. (via)
- Winter Soldaten Bericht der Netzeitung über die Aktion Winter Soldaten, in der Veteranen des Irak-Kriegs mal aus erster Hand der Öffentlichkeit berichten. Im Netz finden sich noch einige weitere Vorträge und Videos.
- Off-the-Record Messaging Offizielle OTR-Webseite. OTR dient der verschlüsselten Kommunikation über Instant Messenger.
Und wieso sind das insgesamt nur 300? Unabhängig davon, daß das zu ganz vielen schlechten Sparta-Witzen animiert, ich hätte mit einer deutlich größeren Zahl gerechnet. Aber das ist dann vermutlich der Faktor Dunkelziffer.
Tuesday, 11. March 2008
Links 0x03 - Nukulink, das Wort heißt nu-ku-link
- Drahtlos-Einbruch trotz WPA dank WLAN-Automatik
- Gesundheitspolitik: Was derzeit wirklich passiert Ein Artikel der nur an der Oberfläche kratzt, was die wirklichen Machtstrukturen in diesem Land betrifft, und das ist nicht negativ gemeint. Lesebefehl.
- Verkettung digitaler Identitäten Das Buch gibt's dort als pdf zum Download. (via)
- Der letzte Service: zum Tode von Joseph Weizenbaum Sehr schade. Ich hatte gehofft, ihn noch irgendwann einmal live sehen und hören zu können.
- Blick hinter die schöne Olympia-Fassade in China Unglaublich. Ich frage mich, wann wir hier auch wieder soweit sind. Sind ja auf dem besten Wege dahin.
- Kinderbuch "Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel" nicht indiziert Das Ferkelbuch wurde doch nicht indiziert. Daß der CDU/CSU das ganz und gar nicht gefällt war klar. Der von der Leyen hat man diese tolle Werbung für das Buch ja erst zu verdanken.
(Seite 1 von 1, insgesamt 10 Einträge)

