PSYC beschreibt allgemein gesagt ein Protokoll für eine dezentrale Kommunikations-Infrastruktur. Vergleichbar mit XMPP (Jabber) oder IRC. Allerdings gibt es ein paar wesentliche Unterschiede.
Zum einen ist PSYC wie gesagt dezentral. Das heißt wenn man sich auf einem PSYC-Server befindet, kann man sich auch mit Benutzern auf anderen PSYC-Servern unterhalten oder Chaträume auf anderen Servern betreten. Und wer möchte kann sich auch seinen eigenen PSYC-Server aufsetzen.
Desweiteren kann ein PSYC-Server als Schnittstelle in andere Netze dienen. Theoretisch kann man sich also mit einem IRC-Client auf einen PSYC-Server verbinden und sich dann mit jemandem auf einem XMPP-Server unterhalten. (Praktisch derzeit nur bedingt, aber dazu später mehr.)
PSYC unterstützt Multicasting, d.h. grob gesagt, daß Daten an mehrere Nutzer nur einmal verschickt werden, was für Skalierbarkeit nicht gerade unwichtig ist. So mancher Admin eines Jabber-Servers kann da ein Lied von singen.
Die Chaträume, sogenannte Places, sind beliebig programmierbar.
Mit diesen vier exemplarischen Features haben wir jetzt gerade begonnen an der Oberfläche von PSYC zu kratzen. Auf about.psyc.eu findet sich eine unglaubliche Fülle an Informationen. Man kann dort durchaus mehrere Tage oder Wochen mit Lesen verbringen und entdeckt minütlich etwas Neues.
Da ich oben schonmal kurz erwähnt hab, daß jeder einen eigenen PSYC-Server aufsetzen kann, haben wir das natürlich auch gemacht.
Dieser läuft derzeit im Testbetrieb unter 7t9.net (ja, die Seite dort ist derzeit sehr spartanisch aber das wird noch besser...)
Die Server-Implementierung hört übrigens auf den Namen psyced.
Jetzt ist natürlich die große Frage, mit welchen Clients man sich auf diesen Server verbindet. Zum einen funktioniert erstmal jeder IRC-Client, da psyced auch IRC spricht, auch wenn diese Clients natürlich nicht alle PSYC-Features unterstützen. Hierfür wären 7t9.net mit Port 6668 derzeit die nötigen Verbindungsdaten.
Getestet habe ich bisher mit Xchat, Chatzilla und irssi, welche soweit keine Probleme im Zusammenspiel mit psyced machen.
Als weiteren Client kann man übrigens auch Telnet verwenden (oder kompatible Mud-Clients), welches man auf Port 2323 dirigieren muß.
Normalerweise sollten auch XMPP-Clients wie z.B. Psi oder Pidgin ohne weiteres funktionieren, allerdings ist dieses Feature derzeit etwas verbugged und nicht zu empfehlen (es sei denn man möchte beim Debuggen helfen
Implizit bedeutet das wie oben schonmal erwähnt, daß z.B. jeder der sich via Telnet einloggt auch direkt über XMPP erreichbar wäre. Ich finde das Konzept einfach genial.
Eine kleine Auswahl über diverse Clients liefert die Snapshot-Seite.
Desweiteren liefert psyced ein Online-Handbuch mit, in dem man die wichtigsten Kommandos nachschlagen kann. Das dort verlinkte Chat Applet funktioniert derzeit übrigens nicht, spart Euch die Zeit.
Das soll jetzt erstmal als kleinere Einführung reichen. Wer mehr wissen will, findet wie gesagt auf der offiziellen Seite mehr als genug Lesestoff, ansonsten wird in der nächsten Zeit hier auch noch einiges an Informationen gesammelt.
Bei Fragen oder Kommentaren entweder hier im Blog kommentieren oder auf unserem PSYC-Server. Neue Nutzer landen automatisch im Raum #RendezVous (war die default-Einstellung, ich habe mir den Namen nicht ausgedacht.
Zum Schluß nochmal kurz der Hinweis, daß es sich wie gesagt um einen Testbetrieb handelt und ich mir die Freiheit nehme den Server auch mal ohne Vorwarnung neuzustarten. Andererseits läuft der Server jetzt auch schon mehrere Tage stabil am Stück.

