Zwar ein paar Tage später als geplant, aber hier ist dennoch eine kurze Zusammenfassung des vierten Tages auf dem 27C3.
Nach dem Auschecken aus unserer Unterkunft und dem Verstauen des Gepäcks im Auto, machten wir uns zum letzten Mal auf zum bcc. Wir waren heute Mal relativ früh dran, so daß wir uns zwei Plätze an einem Tisch im ersten Stock sichern konnten, wo wir auch kabelgebundenen Netzzugang hatten und uns nicht auf das WLAN verlassen mußten.
Den ersten Vortrag, den ich mir angeschaut habe, war "Ich sehe nicht, dass wir nicht zustimmen werden", ein sprachanalytischer Vortrag von maha, in dem er die Rechtfertigungen so mancher Entscheidungsträger auf Herz und Nieren abklopft. Sehr sehenswerter Vortrag, genauso wie die Diskussionsrunde hinterher.
Am Nachmittag habe ich mich dann noch etwas im Hackcenter aufgehalten. Dort habe ich mir eine Live-Demonstration von i3 zeigen lassen, einem Tiling Window Manager. Wer sich für sowas interessiert, der kann sich auf Youtube einen kleinen Screencast zu i3 angucken.
Rein zufällig hab ich dann noch entdeckt, daß das PSYC Projekt einen Tisch im Hackcenter hatte und habe dann die Gelegenheit genutzt, mich mit einem der Entwickler eine Weile zu unterhalten.
Wir hatten ja vor fast zwei Jahren selber mal einen PSYC Server in Betrieb und es war interessant zu erfahren was sich in der Zwischenzeit getan hat, bzw. wie der Verlauf der weiteren Entwicklung geplant ist.
Derzeit laufen wohl Überlegungen von der Client-Server Architektur Abstand zu nehmen und das ganze dezentral neu aufzuziehen. Eine Überlegung geht in die Richtung, daß man GNUnet als Basis nehmen könnte wo dann das Messaging drüber läuft.
Der Aufbau dezentraler Kommunikations-Infrastruktur ist ja nie verkehrt. Jedenfalls ist ein eigener PSYC-Server auf meiner Todo-Liste wieder einige Punkte nach oben gerutscht. Schaunmermal.
Zum Abschluß haben wir uns dann noch die Security Nightmares angeschaut. Ebenfalls sehenswert, auch wenn ich das Gefühl hatte, daß dieses Jahr nicht so die wirklichen Kracher wie die letzten Jahre dabei waren.
Als Fazit für mich kann ich sagen, daß sich der Besuch gelohnt hat. Anfangs hatte ich etwas einen Eindruck wie "Sollte man mal gesehen haben, aber das reicht dann auch". Aber da ich ja doch einige interessante Gespräche und einen Workshop mitgenommen habe, was über die Streams ja schlecht funktioniert, bin ich doch froh, daß ich mal vor Ort gewesen bin.
Zukünftig werd ich meinen Fokus aber vielleicht eher auf kleinere Veranstaltungen lenken und mal öfter an so etwas teilnehmen. Der Congress war ja doch sehr überfüllt was gelegentlich durchaus etwas Streß induziert hat.
Es gab übrigens einen schönen Running Gag auf dem gesamten Congress: Es ist gefühlt alle 10 Minuten irgendwo klirrenderweise eine Flasche Club Mate umgefallen.
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27C3 - Tag 4
Thursday, 30. December 2010
27C3 - Tag 3
Heute begannen wir um 11:30 mit dem CCC Jahresrückblick (taz Artikel). Neben dem Überblick der Mitglieder-Entwicklung gab es monatlich getrennt eine Übersicht der vergangenen Ereignisse. Zu Streetview gab es die Erklärung, daß der CCC dieses Jahr deshalb keine Position bezogen hatte, weil es im Club keine einheitliche Meinung gab. Allerdings gab es dafür eine äußerst klare An- und Absage gegenüber den "Post-Privacy Spacken".
Um 16 Uhr habe ich mir dann DIY synthesizers and sound generators angesehen. Von diesem Vortrag hatte ich mir etwas mehr erwartet, aber ich bin hier auch vorbelastet. Die Grundlagen waren zwar da, es gab hübsche Schaltbilder mit Oszillatoren, Filtern, etc. aber der Vortrag ging insgesamt nur 30 Minuten und davon waren 5 Minuten Fragerunde und weitere 5 Minuten das Zeigen dieses Videos.
Die Grundlagen kamen wie gesagt rüber, jemand der noch nie etwas mit Synthesizern gemacht hat, konnte hier bestimmt einige Infos mitnehmen. Allerdings kann man mit Sound-Synthese ganze Bücherschränke füllen. Da gibt es mehr als genug, was man noch hätte erwähnen oder als Klangbeispiel hätte vorführen können.
Falls jemand Grundlagen zur Bedienung (nicht zum Selberbau) von Synthesizern sucht, kann ich an dieser Stelle das Buch "Synthesizer Programming" von Peter Gorges empfehlen.
Um 17:15 schaute ich mir dann einen Vortrag über die Icelandic Modern Media Initiative von Daniel Domscheit-Berg an (heise Artikel). Er hat so viele wichtige Punkte angesprochen, da möchte ich mir hier gar nicht einzelne rauspicken, den Vortrag sollte man sich definitiv auf Video anschauen.
Hiernach hab ich mich etwas mit Volker Birk festgequatscht. Ich hatte eigentlich nur ein-zwei Fragen zu seinem letztjährigen Vortrag, aber das Gespräch entwickelte sich schnell weiter und es kam zu einer interessanten Diskussion über den CCC, anderen NGOs wie Lobbycontrol und FoeBuD, sowie Schachcomputern auf Bankautomaten.
Hiernach wollte ich mir eigentlich die Fnord News-Show anschauen, aber der Saal 1 war schon vorher so unglaublich überfüllt, daß ich es nur teilweise am Stream, bzw. an den aufgestellten Monitoren außerhalb des Saals verfolgen konnte. Den werde ich mir auch nochmal auf Video anschauen müssen.
Zum Ausklang des Tages schauten wir uns noch die ersten zwei Runden vom Hacker Jeopardy an. Den Rest haben wir leider verpaßt, da wir unsere U-Bahn noch kriegen mußten. Anscheinend schläft auch Berlin irgendwann einmal, denn die letzte des Tages fährt um 0:50 Uhr.
Um 16 Uhr habe ich mir dann DIY synthesizers and sound generators angesehen. Von diesem Vortrag hatte ich mir etwas mehr erwartet, aber ich bin hier auch vorbelastet. Die Grundlagen waren zwar da, es gab hübsche Schaltbilder mit Oszillatoren, Filtern, etc. aber der Vortrag ging insgesamt nur 30 Minuten und davon waren 5 Minuten Fragerunde und weitere 5 Minuten das Zeigen dieses Videos.
Die Grundlagen kamen wie gesagt rüber, jemand der noch nie etwas mit Synthesizern gemacht hat, konnte hier bestimmt einige Infos mitnehmen. Allerdings kann man mit Sound-Synthese ganze Bücherschränke füllen. Da gibt es mehr als genug, was man noch hätte erwähnen oder als Klangbeispiel hätte vorführen können.
Falls jemand Grundlagen zur Bedienung (nicht zum Selberbau) von Synthesizern sucht, kann ich an dieser Stelle das Buch "Synthesizer Programming" von Peter Gorges empfehlen.
Um 17:15 schaute ich mir dann einen Vortrag über die Icelandic Modern Media Initiative von Daniel Domscheit-Berg an (heise Artikel). Er hat so viele wichtige Punkte angesprochen, da möchte ich mir hier gar nicht einzelne rauspicken, den Vortrag sollte man sich definitiv auf Video anschauen.
Hiernach hab ich mich etwas mit Volker Birk festgequatscht. Ich hatte eigentlich nur ein-zwei Fragen zu seinem letztjährigen Vortrag, aber das Gespräch entwickelte sich schnell weiter und es kam zu einer interessanten Diskussion über den CCC, anderen NGOs wie Lobbycontrol und FoeBuD, sowie Schachcomputern auf Bankautomaten.
Hiernach wollte ich mir eigentlich die Fnord News-Show anschauen, aber der Saal 1 war schon vorher so unglaublich überfüllt, daß ich es nur teilweise am Stream, bzw. an den aufgestellten Monitoren außerhalb des Saals verfolgen konnte. Den werde ich mir auch nochmal auf Video anschauen müssen.
Zum Ausklang des Tages schauten wir uns noch die ersten zwei Runden vom Hacker Jeopardy an. Den Rest haben wir leider verpaßt, da wir unsere U-Bahn noch kriegen mußten. Anscheinend schläft auch Berlin irgendwann einmal, denn die letzte des Tages fährt um 0:50 Uhr.
Wednesday, 29. December 2010
27C3 - Tag 2
Die Nacht zwischen dem ersten und zweiten Tag war leider etwas kurz, da irgendjemand es für eine gute Idee hielt, zwischen 3 und 4 Uhr nachts vor den Hotelfenstern in gängiger Schaufel-auf-Asphalt-kratzender Art und Weise Schnee zu schüppen.
Nach der morgendlichen Dusche begrüßte mich der fest angebrachte Fön im Badezimmer mit einer spontanen Selbstentzündung und spuckte eine Rauchwolke heraus. Der Tag fing schonmal gut an...
Aber wir machten uns ohne große Eile auf in Richtung bcc, und haben uns als erstes die Lightning Talks angeschaut, wo einige durchaus interessante Projekte vorgestellt wurden. Hiervon waren Starfish, FreedomBox und Telecomix die für mich interessantesten der vorgestellten Projekte.
Nachmittags hatte ich mir eine längere Auszeit gegönnt, um meinen Laptop wieder funktionsfähig zu machen. Die WLAN-Situation im bcc hat den Broadcom-Treiber wohl etwas zu sehr überfordert, was sich je nach Aufenthaltsort im Gebäude in spontanen System-Freezes äußerte.
Der nächste Vortrag, den wir uns anschauten war "Defense is not dead" von Andreas Bogk. Nach einer Einführung über die aktuellen Sicherheitsproblematiken, folgte eine Erläuterung zu formalen Korrektheitsbeweisen. Mit entsprechender Hardware (basierend auf der Lisp-Maschine), ließen sich so tatsächlich 100%ig sichere Computer bauen. Der Vortrag hatte teils ein recht hohes Niveau, was aber auch daran liegen mag, daß Themen wie Korrektheitsbeweise, Lambda-Kalkül und Komplexitätstheorie nicht jedermanns Sache sind. Bei mir ist es ja mittlerweile auch schon ca. 7-8 Jahre her, daß ich mich mit sowas beschäftigt habe.
Hiernach war eine Stunde Pause zwischen den Vorträgen und unsere nächste Wahl fiel auf den Vortrag von D.J.Bernstein - "Highspeed high-security cryptography".
Vor dem Vortrag gab es im Saal 1 eine halbstündige Musikeinlage mit Geige und Klavier, was ich als sehr angenehme Abwechslung empfand.
D.J.Bs Vortrag war wohl das Highlight des Tages. Das Video werde ich mir nachträglich nochmal in Ruhe anschauen müssen. Neben einem Verriß von DNSSEC, stellte er ein Konzept vor um den kompletten Internetverkehr ohne große Umstellung in den Applikationen kryptographisch abzusichern, indem jedes einzelne Datenpaket mit Public-Key Kryptographie auf Basis elliptischer Kurven verschlüsselt wird. Die entsprechenden Suchbegriffe wären hier DNSCurve und CurveCP. Leider fiel die Fragerunde am Ende etwas kurz aus, und man hat die Fragen leider überhaupt nicht mehr verstanden, weil im Saal eine recht große Unruhe herrschte.
Eine Frage, die ich mir momentan stelle, wäre inwieweit CurveCP Auswirkungen auf Onion-Routing hat, da die Public-Key End-zu-End Verschlüsselung ja jetzt auf einem anderen OSI-Layer stattfindet. Meine Vermutung ist, daß es sogar eher vorteilhaft wäre, wenn sich Projekte wie Tor oder I2P dem CurveCP bedienen könnten und die Verschlüsselung auf dem Application-Layer entfallen würde. Falls das die Anonymität nicht beeinträchtigt, wäre hier einiges an Komplexitätsreduktion möglich. Aber um dies zu beantworten fehlen mir momentan noch so einige Details.
Zum Abschluß des Tages schauten wir uns noch das audiovisuelle Stanislaw Lem Feature an, quasi ein Projektor-unterstütztes Hörspiel. Der Vortrag war sehr ansprechend aufbereitet und durchaus interessant. War jedenfalls Mal etwas anderes. Da ich leider bisher noch gar nichts von Lem gelesen habe, wurde mir jedenfalls deutlich, daß ich da noch etwas nachzuholen habe.
Nach der morgendlichen Dusche begrüßte mich der fest angebrachte Fön im Badezimmer mit einer spontanen Selbstentzündung und spuckte eine Rauchwolke heraus. Der Tag fing schonmal gut an...
Aber wir machten uns ohne große Eile auf in Richtung bcc, und haben uns als erstes die Lightning Talks angeschaut, wo einige durchaus interessante Projekte vorgestellt wurden. Hiervon waren Starfish, FreedomBox und Telecomix die für mich interessantesten der vorgestellten Projekte.
Nachmittags hatte ich mir eine längere Auszeit gegönnt, um meinen Laptop wieder funktionsfähig zu machen. Die WLAN-Situation im bcc hat den Broadcom-Treiber wohl etwas zu sehr überfordert, was sich je nach Aufenthaltsort im Gebäude in spontanen System-Freezes äußerte.
Der nächste Vortrag, den wir uns anschauten war "Defense is not dead" von Andreas Bogk. Nach einer Einführung über die aktuellen Sicherheitsproblematiken, folgte eine Erläuterung zu formalen Korrektheitsbeweisen. Mit entsprechender Hardware (basierend auf der Lisp-Maschine), ließen sich so tatsächlich 100%ig sichere Computer bauen. Der Vortrag hatte teils ein recht hohes Niveau, was aber auch daran liegen mag, daß Themen wie Korrektheitsbeweise, Lambda-Kalkül und Komplexitätstheorie nicht jedermanns Sache sind. Bei mir ist es ja mittlerweile auch schon ca. 7-8 Jahre her, daß ich mich mit sowas beschäftigt habe.
Hiernach war eine Stunde Pause zwischen den Vorträgen und unsere nächste Wahl fiel auf den Vortrag von D.J.Bernstein - "Highspeed high-security cryptography".
Vor dem Vortrag gab es im Saal 1 eine halbstündige Musikeinlage mit Geige und Klavier, was ich als sehr angenehme Abwechslung empfand.
D.J.Bs Vortrag war wohl das Highlight des Tages. Das Video werde ich mir nachträglich nochmal in Ruhe anschauen müssen. Neben einem Verriß von DNSSEC, stellte er ein Konzept vor um den kompletten Internetverkehr ohne große Umstellung in den Applikationen kryptographisch abzusichern, indem jedes einzelne Datenpaket mit Public-Key Kryptographie auf Basis elliptischer Kurven verschlüsselt wird. Die entsprechenden Suchbegriffe wären hier DNSCurve und CurveCP. Leider fiel die Fragerunde am Ende etwas kurz aus, und man hat die Fragen leider überhaupt nicht mehr verstanden, weil im Saal eine recht große Unruhe herrschte.
Eine Frage, die ich mir momentan stelle, wäre inwieweit CurveCP Auswirkungen auf Onion-Routing hat, da die Public-Key End-zu-End Verschlüsselung ja jetzt auf einem anderen OSI-Layer stattfindet. Meine Vermutung ist, daß es sogar eher vorteilhaft wäre, wenn sich Projekte wie Tor oder I2P dem CurveCP bedienen könnten und die Verschlüsselung auf dem Application-Layer entfallen würde. Falls das die Anonymität nicht beeinträchtigt, wäre hier einiges an Komplexitätsreduktion möglich. Aber um dies zu beantworten fehlen mir momentan noch so einige Details.
Zum Abschluß des Tages schauten wir uns noch das audiovisuelle Stanislaw Lem Feature an, quasi ein Projektor-unterstütztes Hörspiel. Der Vortrag war sehr ansprechend aufbereitet und durchaus interessant. War jedenfalls Mal etwas anderes. Da ich leider bisher noch gar nichts von Lem gelesen habe, wurde mir jedenfalls deutlich, daß ich da noch etwas nachzuholen habe.
Tuesday, 28. December 2010
27C3 - Tag 1
Dieses Jahr habe ich es tatsächlich mal geschafft mich auf den Chaos Communication Congress zu begeben. Die Anreise am Vorabend war zwar wetterbedingt etwas eingeschränkt, lief aber im großen und ganzen ohne größere Probleme ab.
Die Entfernung von unserer Unterkunft zum bcc hatten wir etwas unterschätzt, so daß wir heute morgen ungefähr eine Stunde Fußmarsch zurückgelegt haben, wir waren aber dennoch pünktlich zur hervorragenden Keynote von Rop Gonggrijp (4302) im aus allen Nähten platzenden Saal 1. Die Keynote ist auf jeden Fall eine Anguck-Empfehlung, sobald die Vortrag-Videos online sind.
Danach haben wir uns erstmal etwas umgesehen, u.a. im Hackcenter wo es 3D-Drucker, musizierende Tesla-Spulen und LED-Leisten-Ventilator-Bildschirme (wtf?) zu bestaunen gab.
Anschließend haben wir uns, ich z.T. auch aus beruflichem Interesse, den Vortrag über Embedded Reverse Engineering Tools and Techniques angesehen. Der Vortrag war nicht uninteressant, allerdings hatte ich mir etwas mehr versprochen. Wenn man mit der Materie selber schon zu tun hatte, waren einige der besprochenen Techniken recht naheliegend, andererseits waren doch einige Details und Ideen auch für mich neu, von daher hat es sich gelohnt. Der Publikumsvorschlag, zum Reverse-Engineering doch die TSA-Scanner zu verwenden, um die Leiterbahnen auf Multilayer-Boards zu entdecken, fand allgemeinen Zuspruch.
Hiernach gönnten wir uns eine kleine Pause, und ich nutzte die Gelegenheit einen kleinen Plausch mit den I2P-Leuten zu führen, von denen einige anwesend waren. Ein Thema, das von mir die letzte Zeit wegen Zeitmangel leider viel zu wenig Beachtung bekommen hat.
Um 18:30 begann dann das Diskussions-Podium zur Netzneutralität. Hier gab es eine Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk, welches die Debatte moderiert und live im Radio gesendet hat. Die Diskussion war hochinteressant, und selbst in der Community gab es deutliche Widersprüche im Pro und Contra, insbesondere wenn es um den Punkt Quality of Service geht.
Es kam sogar einmal der Punkt "Grundversorgung" auf den Tisch, und als Vergleich wurden Stromanbieter herangezogen, allerdings war im folgenden dann damit doch eher eine ungefilterte Mindestbandbreite gemeint, für die die Netzneutralität zu gelten habe, und dadrüber hinaus dann zusätzliche Dienste angeboten werden könnten. Die Tatsache, daß es auch noch viele Menschen ohne Internetzugang gibt, wurde hier bei diesem Punkt wie so oft gar nicht aufgegriffen.
Die Diskussion ist jedenfalls auch äußerst sehenswert gewesen.
Hiernach kam dann der abgefahrenste Vortrag des Abends. "Datenwolf" wollte über diverse, häßliche Desktop-Lösungen auf den Linux und BSD-Systemen berichten, bzw. ranten. Er hat allerdings nicht einmal die Hälfte seiner Folien geschafft, weil er sich fast den ganzen Vortrag über eine hitzige, teils sogar persönlich werdende, Diskussion mit Lennart Poettering geliefert hat, u.a. Entwickler von PulseAudio. Datenwolf war am Ende sichtlich verzweifelt und tat einem fast leid. Einerseits verständlich, daß Lennart sich beschwert, wenn über teils falsche Fakten referiert wird, andererseits hätte man auch die Fragerunde abwarten und das vor allem etwas zivilisierter diskutieren können, anstatt sich teilweise selbst zu beweihräuchern und im gleichen Atemzuge den Vortrag platzen zu lassen. Wie auch immer, unterhaltsam war es allemal.
Um 23 Uhr wollte ich mir erst den Stuxnet-Vortrag anhören, hab dann aber Aushänge für einen Esperanto-Schnupperkurs gesehen, welchen ich dann auch wahrgenommen hab. Hier haben maha und Würfel einen kleinen Workshop gegeben und sind auf die Entstehung, grundlegende Grammatik und Wortbildungsregeln eingegangen, womit im Verlauf des Workshops auch einzelne Sätze übersetzt werden konnten. Da man aber nicht innerhalb einer Stunde eine neue Sprache lernen kann, kam am Ende die Überlegung auf, daß sie auf anderen Events eventuell sogar einen 2-tägigen Kurs anbieten wollen.
Die Entfernung von unserer Unterkunft zum bcc hatten wir etwas unterschätzt, so daß wir heute morgen ungefähr eine Stunde Fußmarsch zurückgelegt haben, wir waren aber dennoch pünktlich zur hervorragenden Keynote von Rop Gonggrijp (4302) im aus allen Nähten platzenden Saal 1. Die Keynote ist auf jeden Fall eine Anguck-Empfehlung, sobald die Vortrag-Videos online sind.
Danach haben wir uns erstmal etwas umgesehen, u.a. im Hackcenter wo es 3D-Drucker, musizierende Tesla-Spulen und LED-Leisten-Ventilator-Bildschirme (wtf?) zu bestaunen gab.
Anschließend haben wir uns, ich z.T. auch aus beruflichem Interesse, den Vortrag über Embedded Reverse Engineering Tools and Techniques angesehen. Der Vortrag war nicht uninteressant, allerdings hatte ich mir etwas mehr versprochen. Wenn man mit der Materie selber schon zu tun hatte, waren einige der besprochenen Techniken recht naheliegend, andererseits waren doch einige Details und Ideen auch für mich neu, von daher hat es sich gelohnt. Der Publikumsvorschlag, zum Reverse-Engineering doch die TSA-Scanner zu verwenden, um die Leiterbahnen auf Multilayer-Boards zu entdecken, fand allgemeinen Zuspruch.
Hiernach gönnten wir uns eine kleine Pause, und ich nutzte die Gelegenheit einen kleinen Plausch mit den I2P-Leuten zu führen, von denen einige anwesend waren. Ein Thema, das von mir die letzte Zeit wegen Zeitmangel leider viel zu wenig Beachtung bekommen hat.
Um 18:30 begann dann das Diskussions-Podium zur Netzneutralität. Hier gab es eine Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk, welches die Debatte moderiert und live im Radio gesendet hat. Die Diskussion war hochinteressant, und selbst in der Community gab es deutliche Widersprüche im Pro und Contra, insbesondere wenn es um den Punkt Quality of Service geht.
Es kam sogar einmal der Punkt "Grundversorgung" auf den Tisch, und als Vergleich wurden Stromanbieter herangezogen, allerdings war im folgenden dann damit doch eher eine ungefilterte Mindestbandbreite gemeint, für die die Netzneutralität zu gelten habe, und dadrüber hinaus dann zusätzliche Dienste angeboten werden könnten. Die Tatsache, daß es auch noch viele Menschen ohne Internetzugang gibt, wurde hier bei diesem Punkt wie so oft gar nicht aufgegriffen.
Die Diskussion ist jedenfalls auch äußerst sehenswert gewesen.
Hiernach kam dann der abgefahrenste Vortrag des Abends. "Datenwolf" wollte über diverse, häßliche Desktop-Lösungen auf den Linux und BSD-Systemen berichten, bzw. ranten. Er hat allerdings nicht einmal die Hälfte seiner Folien geschafft, weil er sich fast den ganzen Vortrag über eine hitzige, teils sogar persönlich werdende, Diskussion mit Lennart Poettering geliefert hat, u.a. Entwickler von PulseAudio. Datenwolf war am Ende sichtlich verzweifelt und tat einem fast leid. Einerseits verständlich, daß Lennart sich beschwert, wenn über teils falsche Fakten referiert wird, andererseits hätte man auch die Fragerunde abwarten und das vor allem etwas zivilisierter diskutieren können, anstatt sich teilweise selbst zu beweihräuchern und im gleichen Atemzuge den Vortrag platzen zu lassen. Wie auch immer, unterhaltsam war es allemal.
Um 23 Uhr wollte ich mir erst den Stuxnet-Vortrag anhören, hab dann aber Aushänge für einen Esperanto-Schnupperkurs gesehen, welchen ich dann auch wahrgenommen hab. Hier haben maha und Würfel einen kleinen Workshop gegeben und sind auf die Entstehung, grundlegende Grammatik und Wortbildungsregeln eingegangen, womit im Verlauf des Workshops auch einzelne Sätze übersetzt werden konnten. Da man aber nicht innerhalb einer Stunde eine neue Sprache lernen kann, kam am Ende die Überlegung auf, daß sie auf anderen Events eventuell sogar einen 2-tägigen Kurs anbieten wollen.
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