Darunter befinden sich ca. 245.000 Häuser, die auf Antrag von dort wohnenden Menschen verpixelt, also unkenntlich gemacht wurden.
Jetzt ist auf der anderen Seite aber ein wütender Mob am toben, der damit nicht ganz einverstanden ist und Jagd auf
Ich will diesen Kindergarten gar nicht groß kommentieren und mich hier in rechtliche Details bzgl. Panoramafreiheit etc. pp. verstricken. Das wurde schon an anderer Stelle zur Genüge getan und darum geht es mir hier gerade auch nicht.
Am besten trifft es hier noch der Kommentar auf F!xmbr:
Streetview-Entpixler würden Axel E. Fischer wählen.Jener hatte sich nämlich kürzlich nicht entblödet, ein "Vermummungsverbot" im Internet zu fordern, also die Benutzung von Pseudonymen oder anonymen Accounts jeglicher Art zu verhindern.
Jetzt wurde in einem Kommentar dort auf F!xmbr die Frage gestellt, ob es eine legitime Haltung sei, wenn man Streetview weder für nützlich noch für gefährlich halte.
Und die Antwort ist ganz klar: In dem aktuellen Zustand von Streetview, was jetzt stellvertretend für vergleichbare Dienste steht, ist das im großen und ganzen wohl eine legitime Haltung, wenn man sich nicht mehr als zwei Minuten darüber Gedanken gemacht hat, und man von ein paar zu erwartenden "Kollateralschäden" absieht, welche mittlerweile ja regelmäßig in Kauf genommen werden und sowieso alles nur bedauerliche Einzelfälle sind. Es werden bei Streetview ja auch unzählige Personen fotografiert, welche nicht immer durch den Automatismus unkenntlich gemacht werden. Sowas passiert nunmal, shit happens.
Aber: Wenn man sich einmal überlegt, was eventuell in ein paar Jahren schon technisch möglich sein wird, ist Streetview 2.0 dann immer noch ungefährlich? Ich stelle mir da ein CCTV ähnliches Konstrukt mit Livestreaming in's Internet vor. Mobile Kameras, die dann GPS-gesteuert per leichtgewichtigen Drohnen unterwegs sind. Und dann haben wir nicht nur Bilder und Videos sondern auch noch Audio-Aufnahmen aus der Kamera-Umgebung. Es ist nicht zu übersehen, in welche Richtung sich die Technik entwickelt. Die einzelnen Bausteine sind alle schon vorhanden.
Heute ist das natürlich zum Teil noch Zukunftsmusik, aber man muß die Streetview-Kritik auch aus dieser Perspektive beobachten (pun intended).
Die Verpixeler haben vielleicht größtenteils nichtmal Angst davor, daß die Fotos ihrer Häuser im Internet stehen, sondern es ist nur ein weiterer, verzweifelter Versuch den Anfängen zu wehren.
Wobei die Anfänge mittlerweile eigentlich schon sehr weit zurückliegen.
Auf OSNews gab es kürzlich einen Artikel über die Flughafen-Security der USA, mit dem Hinweis, daß die Hersteller der Nacktscanner bereits große Lobby-Organisationen mit guten politischen Kontakten betreiben. Die Überwachungsindustrie ist ein millionenschweres Geschäft. Und genau wie in jedem anderen Wirtschaftszweig ist man Wachstums-Zwängen unterworfen, welche man nur mit mehr Bedarf an Überwachungs-Instrumenten erreichen kann. Sicherheit ist da sekundär.
Ähnliches sehen wir hierzulande mit den Nacktscannern, De-Mail, Vorratsdatenspeicherung, Biometrischen Pässen, Fluggastdaten-Weitergabe, Swift, etc.
Nun ist natürlich nicht nur ein Markt für die Überwachungs-Technik vorhanden, sondern genauso für die gesammelten Daten.
Und damit sind wir wieder bei Google, aber auch bei Facebook und anderen Social Networks. Durch das Sammeln von allen möglichen Daten ergeben sich Verknüpfungen und Informationen, die einen gewaltigen Marktwert haben.
Wer heute noch glaubt Google sei "not evil" und sammelt Daten zum Wohle der Menschheit, sollte mal überlegen, womit Google sein Geld verdient.
Werbung wird umso effizienter, je mehr man über die Werbe-Opfer weiß.
Ah, der Herr wohnt zwei Häuser neben einem Fastfood Restaurant? Da kann man ihm doch mal Burger-Werbung einblenden. Und gleichzeitig der Krankenkasse Bescheid geben, daß eine Zusatzgebühr fällig wird, so ungesund wie der sich bestimmt ernährt. Win-Win!
Der befürchtete Überwachungs-Staat wird mehr und mehr durch die Überwachungs-Industrie abgelöst. Und wenn die Daten eh schon vorhanden sind, entstehen natürlich Begehrlichkeiten, bei denen sich dann wie gehabt der Staat oder alle anderen Industriezweige fleißig bedienen können.
Wen interessiert denn schon ein deutsches Datenschutzgesetz, wenn die Server im Ausland stehen und der Benutzer ohne Durchlesen der AGB sein OK gegeben hat? Das einzige was interessiert, ist wer am meisten bietet.
Streetview ist nicht das Problem, sondern lediglich ein weiteres Symptom, die logische Konsequenz innerhalb eines korrupten Systems.

