Sonntag, 28. November 2010
Rock And Roll Nerd
Samstag, 27. November 2010
Finanzkrisen-Vortrag von Heiner Flassbeck
Die Nachdenkseiten haben einen großartigen Vortrag von Heiner Flassbeck mit dem Titel Deutschland braucht eine neue Wirtschaftpolitik: Ende der Spekulation und Teilhabe der Menschen veröffentlicht.
Der Vortrag fand letzte Woche auf den von den Nachdenkseiten organisierten 20. Pleisweiler Gesprächen statt. Dort gibt Flassbeck einen Rundumschlag über die Hintergründe der Finanzkrise und läßt ganz nebenbei die herrschende Meinung der Talkshow-"Experten" im Regen stehen.
Der Vortrag besteht aus insgesamt 8 Teilen und es lohnt sich wirklich sich die Stunde Zeit dafür zu nehmen und das in Ruhe anzuschauen.
Wem noch ein bißchen der Zugang zu dem Thema fehlt, dem sei auch Flassbecks Buch "50 einfache Dinge, die Sie über unsere Wirtschaft wissen sollten" an's Herz gelegt, in dem er diverse Zusammenhänge allgemeinverständlich erläutert und dabei der neoliberalen Ideologie den Boden entzieht. (ISBN 978-3492262675)
(via)
Der Vortrag fand letzte Woche auf den von den Nachdenkseiten organisierten 20. Pleisweiler Gesprächen statt. Dort gibt Flassbeck einen Rundumschlag über die Hintergründe der Finanzkrise und läßt ganz nebenbei die herrschende Meinung der Talkshow-"Experten" im Regen stehen.
Der Vortrag besteht aus insgesamt 8 Teilen und es lohnt sich wirklich sich die Stunde Zeit dafür zu nehmen und das in Ruhe anzuschauen.
Wem noch ein bißchen der Zugang zu dem Thema fehlt, dem sei auch Flassbecks Buch "50 einfache Dinge, die Sie über unsere Wirtschaft wissen sollten" an's Herz gelegt, in dem er diverse Zusammenhänge allgemeinverständlich erläutert und dabei der neoliberalen Ideologie den Boden entzieht. (ISBN 978-3492262675)
(via)
Die Streetview-Lawine rollt weiter
Jetzt hat Google mit einigen Blessuren seinen Dienst Streetview hierzulande über die Startlinie bugsiert, da steht auch schon der nächste in den Startlöchern: Microsoft bereitet Start von Bing Streetside in Deutschland vor, kann man auf heise.de lesen.
Man muß hier allerdings anerkennend konstatieren, daß Microsoft in diesem Fall aus Googles Fehlern gelernt hat, zumindest was die öffentliche Wahrnehmung betrifft. Herr Löffler erzählt wie wichtig doch Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Nutzer sei. Dieses hat Google durch technische Fehler im Vorfeld leichtfertig verspielt, unter anderem durch die Geschichte mit dem Mitschneiden von WLAN-Daten.
Im weiteren schwadroniert Herr Löffler fleißig von Privacy by Design, Datenkontrolle und Transparenz, was sich zwar alles toll anhört, alas, vor meinem geistigen Auge sehe ich da nur diese Szene.
Auch der Verweis auf den geplanten Datenschutzkodex für Geodaten-Dienste, der derzeit vom Bitkom ausgearbeitet wird, entlockt einem nichtmal ein müdes Lächeln. Da finden sich mal wieder Bock und Gärtner in einer Person.
Die Lösung für Datenschutzprobleme ist natürlich eine weitere Datenbank... wie könnt's anders sein. *seufz*
Selbstverständlich wollen wir die Privatsphäre der Nutzer berücksichtigen, aber doch bitte nur solange das nicht unseren wirtschaftlichen Interessen in die Quere kommt.
Deshalb ist auch diese ganze freiwillige Selbstregulierungsgeschichte eine reine PR-Maßnahme um einerseits Kritiker zu beruhigen und andererseits trotzdem beliebig freie Hand zu haben. Und das grundlegende Problem wird hier wie so oft komplett ignoriert.
Dabei müßte man noch nichtmal irgendwelche Sondergesetze für Geodaten-Dienste aus dem Hut zaubern. Eine allgemeine Regelung wie die folgende sollte doch vollkommen ausreichen:
Aber so etwas ist ja weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich gewollt.
Denn weil man selber nichts zu verbergen hat, kann einem daher auch niemand verbieten, sich die Nachbarschaft im Internet anzuschauen!
Man muß hier allerdings anerkennend konstatieren, daß Microsoft in diesem Fall aus Googles Fehlern gelernt hat, zumindest was die öffentliche Wahrnehmung betrifft. Herr Löffler erzählt wie wichtig doch Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Nutzer sei. Dieses hat Google durch technische Fehler im Vorfeld leichtfertig verspielt, unter anderem durch die Geschichte mit dem Mitschneiden von WLAN-Daten.
Im weiteren schwadroniert Herr Löffler fleißig von Privacy by Design, Datenkontrolle und Transparenz, was sich zwar alles toll anhört, alas, vor meinem geistigen Auge sehe ich da nur diese Szene.
Auch der Verweis auf den geplanten Datenschutzkodex für Geodaten-Dienste, der derzeit vom Bitkom ausgearbeitet wird, entlockt einem nichtmal ein müdes Lächeln. Da finden sich mal wieder Bock und Gärtner in einer Person.
Die Lösung für Datenschutzprobleme ist natürlich eine weitere Datenbank... wie könnt's anders sein. *seufz*
Selbstverständlich wollen wir die Privatsphäre der Nutzer berücksichtigen, aber doch bitte nur solange das nicht unseren wirtschaftlichen Interessen in die Quere kommt.
Deshalb ist auch diese ganze freiwillige Selbstregulierungsgeschichte eine reine PR-Maßnahme um einerseits Kritiker zu beruhigen und andererseits trotzdem beliebig freie Hand zu haben. Und das grundlegende Problem wird hier wie so oft komplett ignoriert.
Dabei müßte man noch nichtmal irgendwelche Sondergesetze für Geodaten-Dienste aus dem Hut zaubern. Eine allgemeine Regelung wie die folgende sollte doch vollkommen ausreichen:
Daten, die direkt oder indirekt personenbezogene Informationen enthalten oder Rückschlüsse auf eine Person zulassen, dürfen ohne Zustimmung der betroffenen Person nicht erhoben oder gespeichert werden.Punkt, fertig. Also erstmal Deny by default und generelles Opt-In, danach kann man dann mit Ausnahmeregelungen kommen, z.B. für öffentliche Veranstaltungen, damit Herr de Maizière auch weiterhin seinen Kölner Karneval im Fersehen gucken kann.
Aber so etwas ist ja weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich gewollt.
Denn weil man selber nichts zu verbergen hat, kann einem daher auch niemand verbieten, sich die Nachbarschaft im Internet anzuschauen!
Dienstag, 23. November 2010
Entwickler Humor
In der Android API Referenz findet sich so manches Schmankerl. 
public static boolean isUserAMonkey ()
Returns "true" if the user interface is currently being messed with by a monkey.
public static int wtf (String tag, String msg)
What a Terrible Failure: Report a condition that should never happen.
public static final float GRAVITY_DEATH_STAR_I
Constant Value: 3.5303614E-7
Freitag, 19. November 2010
Streetview ist nur ein Symptom
Nun ist Google Streetview auch in Deutschland offiziell mit Fotos von 20 Städten online gegangen.
Darunter befinden sich ca. 245.000 Häuser, die auf Antrag von dort wohnenden Menschen verpixelt, also unkenntlich gemacht wurden.
Jetzt ist auf der anderen Seite aber ein wütender Mob am toben, der damit nicht ganz einverstanden ist und Jagd aufdie Verpixeler verpixelte Gebäude macht um diese zu fotografieren und in's Internet zu laden, welches die Verpixelung sozusagen "überschreibt".
Ich will diesen Kindergarten gar nicht groß kommentieren und mich hier in rechtliche Details bzgl. Panoramafreiheit etc. pp. verstricken. Das wurde schon an anderer Stelle zur Genüge getan und darum geht es mir hier gerade auch nicht.
Am besten trifft es hier noch der Kommentar auf F!xmbr:
Jetzt wurde in einem Kommentar dort auf F!xmbr die Frage gestellt, ob es eine legitime Haltung sei, wenn man Streetview weder für nützlich noch für gefährlich halte.
Und die Antwort ist ganz klar: In dem aktuellen Zustand von Streetview, was jetzt stellvertretend für vergleichbare Dienste steht, ist das im großen und ganzen wohl eine legitime Haltung, wenn man sich nicht mehr als zwei Minuten darüber Gedanken gemacht hat, und man von ein paar zu erwartenden "Kollateralschäden" absieht, welche mittlerweile ja regelmäßig in Kauf genommen werden und sowieso alles nur bedauerliche Einzelfälle sind. Es werden bei Streetview ja auch unzählige Personen fotografiert, welche nicht immer durch den Automatismus unkenntlich gemacht werden. Sowas passiert nunmal, shit happens.
Aber: Wenn man sich einmal überlegt, was eventuell in ein paar Jahren schon technisch möglich sein wird, ist Streetview 2.0 dann immer noch ungefährlich? Ich stelle mir da ein CCTV ähnliches Konstrukt mit Livestreaming in's Internet vor. Mobile Kameras, die dann GPS-gesteuert per leichtgewichtigen Drohnen unterwegs sind. Und dann haben wir nicht nur Bilder und Videos sondern auch noch Audio-Aufnahmen aus der Kamera-Umgebung. Es ist nicht zu übersehen, in welche Richtung sich die Technik entwickelt. Die einzelnen Bausteine sind alle schon vorhanden.
Heute ist das natürlich zum Teil noch Zukunftsmusik, aber man muß die Streetview-Kritik auch aus dieser Perspektive beobachten (pun intended).
Die Verpixeler haben vielleicht größtenteils nichtmal Angst davor, daß die Fotos ihrer Häuser im Internet stehen, sondern es ist nur ein weiterer, verzweifelter Versuch den Anfängen zu wehren.
Wobei die Anfänge mittlerweile eigentlich schon sehr weit zurückliegen.
Auf OSNews gab es kürzlich einen Artikel über die Flughafen-Security der USA, mit dem Hinweis, daß die Hersteller der Nacktscanner bereits große Lobby-Organisationen mit guten politischen Kontakten betreiben. Die Überwachungsindustrie ist ein millionenschweres Geschäft. Und genau wie in jedem anderen Wirtschaftszweig ist man Wachstums-Zwängen unterworfen, welche man nur mit mehr Bedarf an Überwachungs-Instrumenten erreichen kann. Sicherheit ist da sekundär.
Ähnliches sehen wir hierzulande mit den Nacktscannern, De-Mail, Vorratsdatenspeicherung, Biometrischen Pässen, Fluggastdaten-Weitergabe, Swift, etc.
Nun ist natürlich nicht nur ein Markt für die Überwachungs-Technik vorhanden, sondern genauso für die gesammelten Daten.
Und damit sind wir wieder bei Google, aber auch bei Facebook und anderen Social Networks. Durch das Sammeln von allen möglichen Daten ergeben sich Verknüpfungen und Informationen, die einen gewaltigen Marktwert haben.
Wer heute noch glaubt Google sei "not evil" und sammelt Daten zum Wohle der Menschheit, sollte mal überlegen, womit Google sein Geld verdient.
Werbung wird umso effizienter, je mehr man über die Werbe-Opfer weiß.
Ah, der Herr wohnt zwei Häuser neben einem Fastfood Restaurant? Da kann man ihm doch mal Burger-Werbung einblenden. Und gleichzeitig der Krankenkasse Bescheid geben, daß eine Zusatzgebühr fällig wird, so ungesund wie der sich bestimmt ernährt. Win-Win!
Der befürchtete Überwachungs-Staat wird mehr und mehr durch die Überwachungs-Industrie abgelöst. Und wenn die Daten eh schon vorhanden sind, entstehen natürlich Begehrlichkeiten, bei denen sich dann wie gehabt der Staat oder alle anderen Industriezweige fleißig bedienen können.
Wen interessiert denn schon ein deutsches Datenschutzgesetz, wenn die Server im Ausland stehen und der Benutzer ohne Durchlesen der AGB sein OK gegeben hat? Das einzige was interessiert, ist wer am meisten bietet.
Streetview ist nicht das Problem, sondern lediglich ein weiteres Symptom, die logische Konsequenz innerhalb eines korrupten Systems.
Darunter befinden sich ca. 245.000 Häuser, die auf Antrag von dort wohnenden Menschen verpixelt, also unkenntlich gemacht wurden.
Jetzt ist auf der anderen Seite aber ein wütender Mob am toben, der damit nicht ganz einverstanden ist und Jagd auf
Ich will diesen Kindergarten gar nicht groß kommentieren und mich hier in rechtliche Details bzgl. Panoramafreiheit etc. pp. verstricken. Das wurde schon an anderer Stelle zur Genüge getan und darum geht es mir hier gerade auch nicht.
Am besten trifft es hier noch der Kommentar auf F!xmbr:
Streetview-Entpixler würden Axel E. Fischer wählen.Jener hatte sich nämlich kürzlich nicht entblödet, ein "Vermummungsverbot" im Internet zu fordern, also die Benutzung von Pseudonymen oder anonymen Accounts jeglicher Art zu verhindern.
Jetzt wurde in einem Kommentar dort auf F!xmbr die Frage gestellt, ob es eine legitime Haltung sei, wenn man Streetview weder für nützlich noch für gefährlich halte.
Und die Antwort ist ganz klar: In dem aktuellen Zustand von Streetview, was jetzt stellvertretend für vergleichbare Dienste steht, ist das im großen und ganzen wohl eine legitime Haltung, wenn man sich nicht mehr als zwei Minuten darüber Gedanken gemacht hat, und man von ein paar zu erwartenden "Kollateralschäden" absieht, welche mittlerweile ja regelmäßig in Kauf genommen werden und sowieso alles nur bedauerliche Einzelfälle sind. Es werden bei Streetview ja auch unzählige Personen fotografiert, welche nicht immer durch den Automatismus unkenntlich gemacht werden. Sowas passiert nunmal, shit happens.
Aber: Wenn man sich einmal überlegt, was eventuell in ein paar Jahren schon technisch möglich sein wird, ist Streetview 2.0 dann immer noch ungefährlich? Ich stelle mir da ein CCTV ähnliches Konstrukt mit Livestreaming in's Internet vor. Mobile Kameras, die dann GPS-gesteuert per leichtgewichtigen Drohnen unterwegs sind. Und dann haben wir nicht nur Bilder und Videos sondern auch noch Audio-Aufnahmen aus der Kamera-Umgebung. Es ist nicht zu übersehen, in welche Richtung sich die Technik entwickelt. Die einzelnen Bausteine sind alle schon vorhanden.
Heute ist das natürlich zum Teil noch Zukunftsmusik, aber man muß die Streetview-Kritik auch aus dieser Perspektive beobachten (pun intended).
Die Verpixeler haben vielleicht größtenteils nichtmal Angst davor, daß die Fotos ihrer Häuser im Internet stehen, sondern es ist nur ein weiterer, verzweifelter Versuch den Anfängen zu wehren.
Wobei die Anfänge mittlerweile eigentlich schon sehr weit zurückliegen.
Auf OSNews gab es kürzlich einen Artikel über die Flughafen-Security der USA, mit dem Hinweis, daß die Hersteller der Nacktscanner bereits große Lobby-Organisationen mit guten politischen Kontakten betreiben. Die Überwachungsindustrie ist ein millionenschweres Geschäft. Und genau wie in jedem anderen Wirtschaftszweig ist man Wachstums-Zwängen unterworfen, welche man nur mit mehr Bedarf an Überwachungs-Instrumenten erreichen kann. Sicherheit ist da sekundär.
Ähnliches sehen wir hierzulande mit den Nacktscannern, De-Mail, Vorratsdatenspeicherung, Biometrischen Pässen, Fluggastdaten-Weitergabe, Swift, etc.
Nun ist natürlich nicht nur ein Markt für die Überwachungs-Technik vorhanden, sondern genauso für die gesammelten Daten.
Und damit sind wir wieder bei Google, aber auch bei Facebook und anderen Social Networks. Durch das Sammeln von allen möglichen Daten ergeben sich Verknüpfungen und Informationen, die einen gewaltigen Marktwert haben.
Wer heute noch glaubt Google sei "not evil" und sammelt Daten zum Wohle der Menschheit, sollte mal überlegen, womit Google sein Geld verdient.
Werbung wird umso effizienter, je mehr man über die Werbe-Opfer weiß.
Ah, der Herr wohnt zwei Häuser neben einem Fastfood Restaurant? Da kann man ihm doch mal Burger-Werbung einblenden. Und gleichzeitig der Krankenkasse Bescheid geben, daß eine Zusatzgebühr fällig wird, so ungesund wie der sich bestimmt ernährt. Win-Win!
Der befürchtete Überwachungs-Staat wird mehr und mehr durch die Überwachungs-Industrie abgelöst. Und wenn die Daten eh schon vorhanden sind, entstehen natürlich Begehrlichkeiten, bei denen sich dann wie gehabt der Staat oder alle anderen Industriezweige fleißig bedienen können.
Wen interessiert denn schon ein deutsches Datenschutzgesetz, wenn die Server im Ausland stehen und der Benutzer ohne Durchlesen der AGB sein OK gegeben hat? Das einzige was interessiert, ist wer am meisten bietet.
Streetview ist nicht das Problem, sondern lediglich ein weiteres Symptom, die logische Konsequenz innerhalb eines korrupten Systems.
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